Kostümfest mit Prinzen als Kückenschlachter

Kalletal-Kalldorf (fmt). Jedes Kostümfest in Kalldorf hat seinen eigenen Charme. Fast immer sieht es so aus, als ob sich alle die Beteiligten abgesprochen haben. Mal sind es Comic-Figuren, mal die Seeräuber, die dominieren. In diesem Jahr waren es eher die eleganten, aufwendigen Kostüme, die hervorstachen, sieht man einmal vom Prinzenpaar ab.

Mit einem blutigen Hemd, einem Mundschutz und einer Reihe von Küken zog Prinz Torsten III. zusammen mit Prinzessin Nicole I. in den Saal im Alten Krug zum Kostümfest. Auf die Frage, ob es möglicherweise einen satirisch-politischen Hintergrund handle (siehe das umstrittene Kükenschreddern) sagte er nur lachend und mit einem Blick auf die Prinzessin: „Man sieht doch, was auch den Küken wird“, und verteilte zusammen mit ihr lächelnd Überraschungseier. Unter dem Applaus der bereits zahlreichen Gäste eröffnete das Paar dann den Abend.

Der Kostümball in Kalldorf gehört wie der große Festumzug und die Prunksitzung zum Kalledonischen Karneval dazu. Hier zeigen die Gruppen zum ersten Mal ihre neuen Kostüme. Ob die „Rainbow Ponny“, die pompös auftretende Schachfigur oder die große Gruppe „Strichmädchen“, ob Hexen, Harry Potter Kostüme oder eine Gruppe dunkel, dreinschauender Wikinger, sie alle hatten sich wieder große Mühe mit der Verkleidung gegeben. Eher unauffällig verteilten sich die Mitglieder der Familie Böke mit ihren Kostümen zum mexikanischen Todesfest dem „Dia de los Muertos“. Eine Gruppe Mexikaner, deren weibliche Begleitung gekonnt als Kakteen verkleidet waren, belagerte die Theke.

Die Aufmerksamkeit der besonderen Art erregten aber fünf in festlichen Abendkleidern gekleidete junge Frauen. „Wir haben uns gedacht, wenn es einen Karneval ohne Prinzenpaar geben sollte, dann wäre eine von uns doch die richtige Wahl“, sagt eine von ihnen mit Hinweis auf den stotternden Start der diesjährigen Session ohne Prinzenpaar. Nur kam es aber wie bekannt anderes, der Karneval hat ein Prinzenpaar. Da waren die Kleider bereits gekauft und die Fünf machten so den wirklich elegantesten Eindruck am Abend.

Gegen Mitternacht gab der neue Sitzungspräsident Michael Grüttemeyer, der den Abend als “DJ Mütze“ musikalisch begleitete, das Ergebnis bekannt. Zwei Gruppen errangen den dritten Platz: die Gruppe „Strichmädchen“ und die „Schachfigur“. Platz Zwei ging an die mexikanischen Totenmasken der Familie Böke, von der aber nur eine fotografiert werden wollte und Platz eins an die niedlichen blauen „Rainbow Ponny“, mit denen in ihrer Kindheit wohl fast alle der Mädchen gespielt haben, weil man ihre Haare so schön kämmen konnte.

Wieder einmal war der Saal im „Alten Krug“ Treffpunkt der vielen schönen Kostüme, die in diesem Jahr später auf den Festumzug noch einmal zu sehen sind. Viele alte Gesichter fehlten, dafür sind zahlreiche neue hinzugekommen.

Wie schon im letzten Jahr ging die Auswahl der kostümierten Gruppe ohne Vorstellung vonstatten. Günter Kreie vom Elferrat, der als Seeräuber erschien, klappte aber am Ende zufrieden seine Augenklappe hoch, hob den Daumen und freute sich auf die kommende Prunksitzung.

Ein Wiedersehen mit den schönen Kostümen gibt es am Samstag den 2. März beim großen Festumzug ab 14 Uhr mitten in Kalldorf.

Schon am darauf folgenden Rosenmontag ist der letzte große Tag der Kussfreiheit im Kalletal. Dann müssen Prinz Torsten III. und Prinzessin Nicole I. den Schlüssel zum Rathaus, den sie auf der Prunksitzung bekommen, an den Bürgermeister zurückgeben.