Viele Arbeitsstunden und Einsätze für die Wehr

Kalletal-Lüdenhausen (fmt) Im Jahr 2018 hat die Freiwillige Feuerwehr im Kalletal so viel Arbeitsstunden geleistet wie nie zuvor in den letzten 25 Jahren. 187 Einsätze waren dabei zu verzeichnen, sagte Udo Knaup, Chef der Kalletaler Wehr, zum Auftakt der Jahreshauptversammlung im Dorfgemeinschaftshaus in Lüdenhausen. Rührung und teilweise auch Tränen kamen auf, als der stellvertretende Wehrführer Michael Pohlmann nach seinem Bericht mit anhaltenden „Standing Ovations“ von den Kameraden geehrt wurde. Zuvor hatte er gesagt, dass es sein letzter Bericht vor dieser Kulisse sei, da er aus Altersgründen im Herbst ausscheidet.

Im Jahr 2018 wurden von den freiwilligen Einsatzkräften insgesamt 6.963 Stunden geleistet. Das sind 23 Prozent mehr als der Durchschnitt der letzten 25 Jahre. Die Zahl der Brandeinsätze hat mit 29 Einsätze wieder zugenommen, das sind 10 mehr als im Vorjahr, was auch auf den heißen Sommer und die daraus resultierenden Feldbrände zurückzuführen ist.

Einsatzmäßig sei das Jahr mit 172 Einsätzen im Vergleich zum Jahr 2017 mit 216 Einsätzen als eher ruhig zu bezeichnen, fügte er noch hinzu. Jedoch wurden dafür in Vergleich zum Vorjahr rund 340 Einsatzstunden mehr aufgewendet. Die Zahl der Einsätze wegen der Auslösung von Brandmeldeanlagen betrug 17 Einsätze. Der wohl kurioseste Einsatz war die Amtshilfe für die Polizei bei der Bergung eines Tresors, so Udo Knaup.

Der Gemeindebrandinspektor lobte die aktiven Kräfte und sagte: „Ihr habt euren Job gut gemacht. Kurz um, gut ausgebildet, hoch motiviert und einsatztaktisch geschult habt ihr alle Aufgaben bestmöglichst erledigt. Ihr habt alles gegeben, den betroffenen Menschen zu helfen und Sachwerte zu schützen. So ist es auch bei den Flächen- und Waldbränden nicht zu größeren Schäden gekommen.“

Aber er hatte auch Kritik zu äußern: „In 50 Jahren Freiwillige Feuerwehr Kalletal sollte man meinen, dass wir langsam zu einer Einheit zusammen gewachsen sind. Oft muss ich aber feststellen, dass dies nicht der Fall ist, das Kirchturmdenken ist immer noch nicht ausgemerzt, jeder blickt nur auf seine Belange.“

Auch dem Rat gegenüber hatte er kritische Worte parat: „Hatten wir im letzten Jahr in der Wehrführung darüber nachgedacht, dass wir Geld für den Brandschutzbedarfsplan sparen können und mit einer externen Hilfe selber fortschreiben könnten, hat das letzte Jahr auch gezeigt, dass dafür das Vertrauen des Rates fehlt. So muss dieser jetzt ausgeschrieben und eine Summe von 30.000 Euro dafür in den Haushalt eingebracht werden.“

Der Wehrführer sprach damit an, dass in 2019 ein neuer Brandschutzbedarfsplan erstellt werden muss, in dem festgelegt wird, wie die Bevölkerung weiter geschützt werden soll. Dazu gehört z.B. auch, in wie viel Minuten die Feuerwehr am Einsatzort sein muss.

Den Hinweis von Michael Pohlmann auf sein Ausscheiden, nahm er ebenfalls zu Anlass zu sagen, dass in diesem Jahr die Weichen für die Zukunft gestellt werden müssen. Damit waren die personellen Entscheidungen für die neue Wehrführung (er selbst geht ebenfalls in zwei Jahren), als auch die extrem erhöhten Anforderungen aller Leitungskräfte gemeint. „Die gesamte Verwaltungsarbeit der Mitgliederakten etc. kann nicht mehr von einem Feuerwehranghörigen im Ehrenamt geleistet werden“, sagte der Wehrführer.

Vor dem Bericht der Wehrführung über das letzte Einsatzjahr, Ehrungen und Beförderungen, begrüßte Bürgermeister Mario Hecker wie im Vorjahr die Kameraden und Kameradinnen. Er zitierte Konrad Adenauer und Theodor Heuss, lobte die Angehörigen der Feuerwehr und meinte: „Der Rettungsdienst in all seinen Facetten fordert allen Beteiligten sehr viel ab. Euer Engagement für die Gesellschaft ist das höchste Gut einer Demokratie. Aber leider ändert sich da gerade eine ganze Menge. Alle wollen nur noch feiern und keiner mehr etwas für die Allgemeinheit tun. Darum seid ihr alle, so wie ihr hier sitzt, ein Vorbild für die Gesellschaft.“

Mit 238 Aktiven im Jahr 2018 ist der Personalstand der Kalletaler Feuerwehr im Vergleich zum Vorjahr wieder einmal leicht gestiegen. Wie der Wehrführer zu Beginn der Veranstaltung sagte, haben im letzten Jahr neun neue Quereinsteiger den Weg zur Feuerwehr gefunden.

Die Jugendfeuerwehr hat jetzt aktuell 99 Mitglieder. Davon sind 72 männlich und 27 weiblich. Der Frauenanteil ist insgesamt von 43 auf 50 Kameradinnen gestiegen.

Den Bericht der Ehrenabteilung trug deren Sprecher Helmut Vetter vor. Dem Bericht des Fördervereins folgte erwartungsgemäß die Entlastung des Vorstandes.

Klaus Wegener vom Feuerwehrverband, der für den verhinderten Kreisbrandmeister Karl-Heinz Brakemeier gekommen war, sagte, dass mit 4700 Einsätzen auch in Lippe ein Anstieg der Einsätze zu verzeichnen gewesen sei. Besondern bedankte er sich bei der Kalletaler Wehr für die Hilfe im Katastrophenschutz, wie bei dem Großfeuer an der A2 in Bönen oder den beiden Großfeuern in Dörentrup im Jahr 2018.

Bei den Ehrungen standen in diesem Jahr die 25-jährigen und 35-jährigen aktiven Mitgliedschaften im Focus. Das Feuerwehr Ehrenzeichen in Silber für 25 Jahre aktiven Dienst erhielten: Rolf Beha, Jens Hartwig, Rainer Jüngling, Markus Niggemann und Andreas Otto.

Das Feuerwehr Ehrenzeichen in Gold für 35 Jahre aktiven Dienst erhielten: Jost Arning, Lothar Engelking, Ralf Gabrowski, Günter Kreie, Jürgen Peiler, Ralf Pochadt, Christof Rügge, Axel Sander und Peter Siekmann.

Der Löschgruppenführer Christoph Rügge aus Lüdenhausen sollte für seine langjährige Arbeit mit einem Präsentkorb geehrt werden, war aber leider verhindert.

Alle Beförderungen: Zum Feuerwehranwärter: Jan Philipp Schmitz, Henri Niewöhner und Konstantin Naumann. Zum Feuerwehrmann/frau: Piere Glang, Jan Ole Günter, Volker Hohmeier, Philipp Humfeld, Kevin Janowitz, Jenifer Kowalsczky, Kai Lüder, Sven Lüken, Marc Rügge, Tim Tegtmeier und Mario Vetter. Zum Oberfeuerwehrmann/frau: Johannes und Marcel Diekmann, David Dik, Philipp Ellermeier, Jan-Niklas Kater, Marcel Kuhlemann, Tim Rügge, Jan-Niklas Sauer und Gabi Strate. Zum Hauptfeuerwehrmann/frau: Freddy Bruder und Jan Schröder. Zum Unterbrandmeister/in: Cristian Dubbert, Daniel Gruber, Marc Huxoll, Sascha Kreie, Robin Strate und Christopher Wörmann. Zum Brandmeister: Tobias Pönninghaus und Dennis Reuter. Zum Oberbrandmeister: Michael Little und Patrik Strate. Zum Hauptbrandmeister: Jens Kleinschmidt. Zum Brandinspektor: Jan-Christopher Küttemeie. Zum Brandoberinspektor: Sebastian Tilsch