Eine außergewöhnliche Frau geht

Extertal-Bösingfeld (ar). Bei vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie ebenso bei den Bewohnern des Friedrich-Winter-Hauses kam kürzlich eine Portion Wehmut auf. Die langjährige Pflegedienstleiterin Elke Prescher tat ihren ersten Schritt in den Ruhestand.

Da stand sie nun im großen Saal der Einrichtung, nahm Glückwünsche und gute Wünsche für ihre Zukunft entgegen, empfing Geschenke und kleine Aufmerksamkeiten und erlebte ihren letzten Tag und ihren Gang in den Ruhestand „mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“ Kein Wunder, ist diese zierliche Frau doch ein wahres Energiebündel, das mit seinem Einsatz über 28,5 Jahre das Friedrich-Winter-Haus entscheidend mitgeprägt hatte. In diese Zeit fielen beispielsweise das Pflegeversicherungsgesetz und auch der fachliche, organisatorische und technische Wandel der Pflege.

Elke Preschers vorbildlicher Einsatz vernahm man sogar im entfernten Bielefeld, so dass sowohl Klaus Dannhaus, Vorstandsvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt des Bezirksverbandes Ostwestfalen-Lippe, als auch Vorstand Dr. Petra Rixgens erschienen waren, um die zukünftige Ruheständlerin gebührend zu ehren. Dannhaus würdigte in seiner Laudatio die prägende Kraft, mit der Elke Prescher die Entwicklung nicht nur miterlebt, sondern vor allem umgesetzt und gestaltet habe. Das Leben, Wohnen und Arbeiten im Friedrich-Winter-Haus lag ihr am Herzen. Ihre höchst professionelle Einstellung erschien immer besonnen, immer hatte sie das Wohl der Bewohner als auch das der Mitarbeiter im Auge. Sie wusste was sie tat, denn ihre reiche berufliche Erfahrung bildete die Basis für ihren Einsatz und ihre Entscheidungen.

Zunächst ausgebildet zur Krankenpflegehelferin, schloss sich eine Ausbildung zur examinierten Krankenschwester an. Es folgte eine Tätigkeit in der Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Universität Göttingen, bevor sie zunächst einmal eine „Familienpause“ einlegte. Sechs Jahre lang war sie in einer Sozialstation des DRK in Hameln-Pyrmont aktiv, dann folgte der entscheidende Wechsel nach Bösingfeld. Die Stelle der Pflegedienstleitung war bei der Eröffnung des Friedrich-Winter-Hauses am 1. September 1990 zu besetzen, genau die richtige Aufgabe für diese engagierte Frau. Hier trafen Charaktereigenschaften, ihr Fundus an Erfahrung und die reizvolle Aufgabe aufeinander. Bei aller Freundlichkeit und Zugewandtheit konnte Elke Prescher zielgerichtet und bestimmt agieren. Klare Kante zu zeigen hat sie immer ausgezeichnet, und ungeduldig wurde sie nur, wenn etwa Bequemlichkeit und Ignoranz im Spiel waren.

Dass diese Einstellung einen hervorragenden Nährboden für ein äußerst angenehm geführtes Haus bildete, zeigt sich auch daran, dass immer noch eine große Anzahl von Mitarbeiterinnen aus der Zeit ihres Einstiegs in ihr Aufgabenfeld im Friedrich-Winter-Haus beschäftigt sind. Das spricht wohl deutlich für ein exzellentes Betriebsklima und eine einfühlsame bewohnerorientierte Definition ihrer Arbeit. Zahlreiche Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Bewohner erwiesen Elke Prescher ihre Referenz, doch nun beginnt einfach ein neuer Lebensabschnitt mit ganz anderen Perspektiven.

Ihre vier Enkel werden sie noch mehr beanspruchen können, und mit ihrem Ehemann wird die ganz spezielle Sorge dem Garten gelten. Einer Elke Prescher wird es nie langweilig werden. Wir wünschen alles Gute für den Ruhestand.