Barntruper Wehr zeigt sich in vollem Umfang einsatzbereit

Barntrup (fmt). Seit August sind Stefan Jakob und Jan Thomi die verantwortlichen Leiter bei der Feuerwehr in Barntrup. Jetzt wollten sich die beiden Wehrführer in einer groß angelegten „geheimen“ Übung ein Bild über die Leistungsfähigkeit ihrer Löschgruppen machen. Mit einem real angelegten Einsatz, in Zusammenarbeit mit der Firma Holztechnik Potthast in der Südstraße 42, allarmierten sie am Montag gegen 17 Uhr die gesamte Feuerwehr der Gemeinde. Niemand wusste Bescheid, sodass alle von einem wirklichen Einsatz ausgehen mussten.

Die Lage: Die Brandmeldeanlage des Betriebes löste den Alarm aus. Nach nur kurzer Zeit erreicht der erste Trupp das Gebäude an der Rückseite. Qualm dringt aus den Türen des gut vorbereiteten Einsatzortes. Schnell wird den Wehrleuten klar, es ist keine Fehlmeldung. Die Kammeraden erhöhen ihre Alarmierung auf „Feuer3“. Mit dem Auslösen der Sirenen werden auch die Kräfte aus Alverdissen und Sonneborn alarmiert.

Der Einsatz: Jetzt zeigen sich die beiden Wehrführer zum ersten Mal und es wird klar, es ist „nur“ eine Übung.

Dennoch, alle Feuerwehrkräfte müssen weiter so arbeiten, als ob es Realität wäre. Die Einsatzleitung gibt zu verstehen, dass der Brand in der Lackiererei ausgebrochen ist und drei Personen vermisst werden. Dort oben haben die beiden Führungskräfte auch die Nebelmaschinen stehen die für dichten Qual sorgen.

Jörg Mengedoht, der Pressesprecher der Barntruper Feuerwehr ist eingetroffen und geht mit den Pressevertretern in die “Brandstelle“. Der Nebel und die Dunkelheit lassen keine Sicht mehr zu. Der Schein der Taschenlampe verschwindet schon nach wenigen Zentimetern. Schnell kann man erkennen, was die Einsatzkräfte leisten müssen, die zudem noch unter Atemschutz vorgehen, um im Ernstfall hier noch Leben zu retten.

Wie ein Ariadnefaden ziehen sich die Schläuche von draußen durch den Einsatzort. „Sie dienen in solchen Situation auch als Orientierung für uns, damit wir im Notfall herausfinden“, sagt der Pressesprecher. Die Realitätsnähe erhöhen die Einsatzleiter jetzt noch dadurch, dass plötzlich eine Feuerwehrfrau zusammenbricht und herausgetragen werden muss. „Hier geht der Schutz der Einsatzkräfte vor die Suche nach weiteren Opfern“, erklärt Jörg Mengedoht. Lautes Piepen dröhnt aus dem Nichts, die ersten Sauerstoffflaschen müssen ausgewechselt und die Kameraden hier ebenfalls herausgebracht werden.

Das Umfeld: Draußen hat sich ein Szenario aufgebaut wie bei einem Großeinsatz. Die Straße ist gesperrt, die Johanniter, und der Atemschutzcontainer des Kreises sind eingetroffen. Rund 80 Einsatzkräfte sind inzwischen im Vollmodus. Auch ein weiterer Einsatzkommandowagen aus Silixen ist gekommen. Realität ist: Zahlreiche Bürger haben sich gemeldet und fragen besorgt was passiert ist. Das Facebook reagiert wie immer in solchen Fällen und mutmaßt bereits. Jörg Mengedoht und Bürgermeister Jürgen Schell, der ebenfalls inzwischen eingetroffen ist, entscheiden die Öffentlichkeit über die sozialen Medien über die Übung zu informieren.

Der Bürgermeister sagt, er sei bereits auf dem Weg zum Einsatzort mehrfach angerufen worden, konnte aber schon da für Klarheit sorgen, da er als oberster Chef der Feuerwehr im Vorfeld über die Übung informiert wurde.

Insgesamt dauert der Einsatz fast drei Stunden.

Stefan Jakob und Jan Thomi zeigen sich am Ende zufrieden mit der Leistung ihrer Truppe.

Der Dank geht von ihrer Seite an die Geschäftsleitung des Unternehmens, das eine solche realistische Übung unterstützt. „Aber letztlich ist es so, dass auch so ein Betrieb etwas von solchen Übungen hat“, sagt Stefan Jakob abschließend.

Derartige Übung gibt es in allen Feuerwehren und auf Kreisebene immer wieder. Sie sollen die Kameradinnen und Kameraden so realitätsnah wie es geht, auf den Ernstfall bei Großeinsätzen vorbereiten. Deshalb werden im Vorfeld auch nur wenige an der Aktion Beteiligte eingeweiht.