Irische Klänge in der Kirche sorgten für Gänsehautfeeling

Barntrup/Alverdissen (ar). Die Jigs und Reels flogen den Zuhörern am Freitagabend nur so um die Ohren, als die „Kilkenny Band“ aus Bohmte so richtig in die Saiten langte. Bis auf den allerletzten Platz war die kleine Evangelisch-reformierte Kirche in Alverdissen gefüllt, mehr als 200 Menschen wollten an diesem ersten Kirchenkonzert der Band mit irischer Musik 2018/2019 teilnehmen.

Und die Stimmung war grandios. Bereits eine Stunde vor Beginn waren die ersten Plätze besetzt, draußen glühte ein Teil des Publikums am Getränkestand schon einmal vor, und Klaus Düwel, der die Band nach Alverdissen geholt hatte, richtete vor der Orgel eine Kamera aus, um den Abend filmisch zu dokumentieren.

Und dann legten sie los. Der „Railroadsong“ zu Beginn ließ gleich das Thema des Abends, die „Eisenbahn“, erkennen, was Gisa Wilfarth, die auch für die Tin Whistle sowie für die Bodhrán, die irische Rahmentrommel, zuständig war, mit Bahnhofslautsprecherstimme verkündete. Mit dem Kirchentour-Express ging es zu den „Hills of Connemara“, und da war richtig Dampf drin.

Schon jetzt ging das Publikum mit, klatschte, johlte und trampelte, und trotz der Enge in den Sitzreihen wippte und schnippte man mit den Fingern mit und tippte den Takt mit den Füßen. „The Engeneers don’t wave“, eine Ode an Reise, Fernweh und Abschied, begann langsam und nahm dann Fahrt auf. Hier wechselte Stephan Niebler von der Gitarre auf Akkordeon und es kam der irische Sound, den viele Menschen vor allem mit den Dubliners verbinden, voll zum Tragen.

Doch konnte die Band um ihren Gründer Jascha Kemper auch anders. Stephan Niebler, nun wieder mit der Gitarre, intonierte mit Esther Schnepel den Song „Reiseslatt“, eine norwegische Ballade, die zum Träumen einlud und Gänsehautfeeling erzeugte. Esther Schnepel spielte die Violine mit viel Ausdruck und Innigkeit, während Stephan Niebler den klangvollen Background gab.

Eine Klangfülle in dem hohen Kirchenraum, die sowohl beeindruckte als auch verzauberte. Überhaupt hatte die Kilkenny Band ihr Konzert sehr abwechslungsreich strukturiert, indem sich darin irische, festlandeuropäische und amerikanische Elemente fanden. Doch sogar ein Reinhard Mey-Lied, die „Eisenbahnballade“, war in dem Programm enthalten. Mit Gitarre, Mandoline, Banjo und Tin Whistle hatte Jascha Kemper ein ganzes Arsenal an Instrumenten zu bewältigen, dazu sang er mit einer gut zu dem irischen Repertoire passenden Stimme. Auch Gisa Wilfarth konnte mit glasklarer Intonation und Artikulation Atmosphäre bilden. Dennis Fehlauer an Bass und Gitarre bediente die tiefere Stimmlage und hatte damit seine ganz eigenen bejubelten Solopartien.

Zum hervorragenden Eindruck trug sicherlich auch das rustikal-karge Ambiente der Kirche bei, die – mystisch ausgeleuchtet – eine passende Plattform für ein solch vielfältiges Konzert bot. Natürlich durften Klassiker wie das bekannte „Paddy On The Railway“ oder der „Wabash Cannonball“ über einen fiktiven Eisenbahnzug in den Vereinigten Staaten nicht fehlen.

Alle Musikerinnen und Musiker hatten ihren Anteil mit Solopräsentationen, und jeder Solist wurde vom begeisterten Publikum mit Riesenapplaus bedacht. Insgesamt ein Abend, der lange in Erinnerung bleiben wird, verbunden mit der Bitte an Klaus Düwel, diese exzellente, spielfreudige Band schnell wieder nach Alverdissen zu holen.