Heiligabend soll der Gottesdienst wieder stattfinden

Kalletal-Varenholz (fmt). Die Akustik der Varenholzer Schlosskirche ist eine der schönsten im Umkreis. Wer dort einmal eines der vielen Konzerte in den letzten Jahren erlebt hat, weiß das zu schätzen. Ob die vielen hohen Töne schuld an den vielen Rissen im Gemäuer sind, ist jedoch eher unwahrscheinlich. Vielmehr nagt an dem Gebäude, das in Jahr 1642 erbaut wurde, wie an vielen Denkmälern, der Zahn der Zeit. Will man es erhalten muss investiert werden.

Nach Grundsanierungen in den 1970er Jahren wurde 2009 das Dach und der Dachstuhl saniert. Jetzt war der Innenraum an der Reihe. Große Risse zeigten sich im Mauerwerk und der Zementputz der Siebziger, so Uwe Strehle von der Fachfirma Kramp & Kramp in Lemgo, habe mehr Schaden angerichtet als das er genutzt habe. Mit der Methode der „Vernahtung“ hat das Unternehmen nun die Schäden beseitigt. Dabei werden die Risse wie mit einem Reisverschluss zusammen gehalten und dauerhaft verfüllt. Anschießend ist das gesamte Gebäude mit einem neuen Putz verstehen worden. An einigen Stellen hat man in einer Art „Fenster“ das Originalmauerwerk sichtbar gemacht.

Rund 220000 Euro kostet die Sanierung, die mit 150000 Euro von der Gemeinde selbst getragen wird. Die restlichen 70000 Euro teilen sich auf in Zuschüssen sowohl des Landes als auch der Landeskirche.

Zur Vorstellung der kurz vor Abschluss stehenden Arbeiten hatte die Kirchengemeinde jetzt die Presse eingeladen. Dort berichteten Hans-Peter Wegner und Vera Varlemann über die Arbeiten und das eine Sanierung der Heizung bereits vor einiger Zeit stattgefunden habe. Mit der neuen Beleuchtungstechnik, die jetzt im Zuge der Baumaßnahmen ebenfalls erneuert wird, will die Gemeinde rund 28 Prozent Energie einsparen. Auch die 1748 eingebaute Klausing- Orgel, eine von zwei unter Denkmalschutz stehenden Instrumenten im Kalletal, die jetzt noch eingehaust ist, soll eine Grundsanierung erhalten. Hans-Peter Wegner, der sich schon für die Sanierungen der beiden Kirchen in Hohenhausen und Talle eingesetzt hat, hob auf dem Termin noch einmal die gute Zusammenarbeit zwischen der Oberen Denkmalbehörde in Münster, der Gemeinde und der beteiligten Betriebe hervor.

Bürgermeister Mario Hecker, der ebenfalls zu dem Termin eingeladen war, bedankte sich und meinte, dass die drei nun sanierten Kirchen in der Gemeinde Kleinode die Attraktivität auch für Besucher und Gäste erheblich erhöhe. Er bewundere die Kirchengemeinde für ihren Einsatz und sagte, dass hier ein Schmuckstück für das Kalletal stehe.

Saskia Schöfer, vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) Münster, sagte, dass es nicht normal und geradezu bewundernswert sei, dass sich eine Gemeinde so für ihre Kirche einsetze. Die Vorsitzende des Kirchenvorstands, Vera Varlemann ergänzte: „Uns ist es wichtig, die Kirche in gutem Zustand an die nächste Generation zu geben. Auch wenn wir nur 1300 Gemeindemitglieder haben, so kann ich doch sagen, sie alle lieben ihre Kirche.“