„Mister TSG“ Hermann Schröder erhält den Wolfgang-Hömer-Wanderpokal

Kalletal-Bavenhausen (fmt). Kalletals Bürgermeister Mario Hecker als Gastgeber der jährlichen Sportlerehrung hatte diesmal nach Bavenhausen in den Gasthof Rieke-Schulte eingeladen. Unter den Ehrengästen war auch MdE Prof. h.c. Elmar Brok. Der im Mai des Jahres zum Ehrenprofessor der Osteuropäischen Lessia Ukrainka Universität in Lutzk ernannte Europapolitiker hatte wohl nicht anderes zu tun. Wie sonst erklärt sich sein Auftritt im Kalletal? Nun ganz einfach: Er war eingeladen und habe selbst früher auch viel Sport (Fußball) getrieben. Geblieben seien davon aber nur noch seine krummen Beine, sagte er sichtlich entspannt und fügte hinzu, dass alle Sportler die sich einsetzten und Leistungen erbringen Ehrungen unbedingt verdient hätten. Gut gelaunt und den Rhythmen der Band „Grace“ wippend folgend, blieb der Osteuropaexperte des Europaparlamentes noch eine ganze Weile. Es schien ihm zu gefallen.

Begrüßt wurden aber auch weitere Vertreter aus Politik und Verwaltung. So waren die Bundestagsabgeordneten Kerstin Vieregge (CDU)in Ihrer Funktion als stellvertretende Landrätin und der Landtagsabgeordnete Jürgen Berghahn (SPD) gekommen. Ratsmitglieder und Vertreter der Sponsoren rundeten die Ehrengästeliste ab.

Über 200 Sportler und Sportlerinnen aus allen Vereinen der Gemeinde füllten dazu den Saal. Aus ihren Reihen zeichnete der Vorsitzende des Gemeindesportverbandes, Uwe Küster und Bürgermeister Mario Hecker die hervorragenden Sportler des Jahres 2018 aus.

Der Bürgermeister freute sich bei seiner Begrüßung über den großen Zuspruch an diesem Abend: „Dass die Hütte wieder einmal so voll ist, zeigt das Interesse an dieser Veranstaltung. Und mit der Band „Grace“ haben diesmal eine Spitzenband bekommen, gefördert mit einem kleinen Teil aus dem LEADER-Projekt“, sagte er, bevor er zusammen mit seiner Frau das Tanzparkett eröffnete.

Die Band „Grace“ legte gleich richtig los und sorgte mit aktuellen Hits und Oldies für gute Unterhaltung und eine volle Tanzfläche. Zweimal zeigten die ‚Line Dancer‘ aus Bavenhausen dazwischen mit ihren Einlagen Ausschnitte aus ihrem Programm.

Die Auszeichnungen für die Einzel- und Mannschaftsleistungen mit Bronze, Silber und Gold-Medaillen wurden über den Abend verteilt.

Eine besondere Ehrung erhielt Dr. Eike Stiller, Schulleiter der Jacobi Gemeinschaftsschule. Er hat als Sporthistoriker und Co-Autor an dem Buch „Sportler im Jahrhundert der Lager“ über den Arbeitersport mitgewirkt und zusammen mit dem Präsidenten des Deutschen Fußballbundes, Reinhard Grindel, vor einigen Wochen im Fußballmuseum in Dortmund, seine Ausstellung über die Arbeitersportbewegung „Der andere Fußball“ eröffnet.

Dr. Stiller sagte dazu, dass es diese Art Sport wert sei, aufrecht erhalten zu bleiben, auch wenn heute nur noch wenig darüber bekannt sei. Im Kalletal, so der Sporthistoriker, gäbe es noch zwei Vereine in dieser Tradition: Den TuS Talle und die TSG Hohenhausen.

Besonders geehrt wurden auch Brigitte Lange und Christin Görttler. Christin Görttler, die im Budo SV Kalletal die Jugend betreut, war als Jugendbotschafterin des Sports bei den Olympischen Spielen in Südkorea und ist jetzt auch Jugend-Anti-Doping Beauftragte des Deutschen Sportbundes. Brigitte Lange war mit ihren beiden Hunden Tending Mystery und Juma da. Sie ist fünffache Landesmeisterin in Obedience. Das ist eine Sportart, bei der der Hund kontrolliertes Verhalten auf Zeichen seines Hundeführers zeigt. Das Training wird oft als die „Hohe Schule“ des Hundesports bezeichnet.

Der „Wolfgang Hömer-Pokal“, der Wanderpokal, der in jedem Jahr an eine außergewöhnliche Person der Kalletaler Sportfamilie verliehen wird, geht in diesem Jahr an Hermann Schröder von der TSG Hohenhausen. Uwe Küster lobte ihn als einen außergewöhnlichen Mann, der aus den Verein nicht wegzudenken sei. Seit dem 1. Januar 1958 ist der diesjährige Auserwählte im Verein. Dort hat er bis 1965 in der Jugend und bis 1986 bei den Senioren Fußball gespielt. Er war Fußballobmann, Vertrauensmann und Mitglied des erweiterten Vorstandes. „Noch heute ist ‚Mister TSG‘, wie ihn seine Vereinskollegen nennen, als ehrenamtlicher Platzwart mehrmals die Woche auf dem Platz, um ihm sauber halten“, fügte der Verbandsvorsitzende noch hinzu.

Mit der Auslosung der umfangreichen Tombola, die wieder einmal mit Reisen nach Berlin, Brüssel und Düsseldorf aber diesmal auch mit zwei Fahrrädern und vielen weiteren wertvollen Preisen lockte, sowie guter Stimmung bei Tanz und Unterhaltung, ging der Ball des Sports 2018 im Kalletal dann wieder einmal bis in die späte Nacht.