Fulminante Premiere des Freizeittheaters Silixen

Extertal-Silixen (ar). Eine krachend herausragende Premiere lieferte das Freizeittheater Silixen vor vollem Haus in der Aula der Grundschule Silixen ab. Schon lange vor Beginn waren die Parkplätze rund um die Schule belegt, saßen viele Menschen erwartungsvoll in dem großen Saal, andere knusperten kleine Snacks oder standen mit anfeuernden Getränken in den Vorräumen an den zahlreichen Stehtischen. Es war Theaterzeit. Mit der knisternden Spannung, wie sich die Boulevardkomödie „Goldene Hochzeit mit Hindernissen“ in drei Akten von Helmut Schmidt wohl gestalten würde, was auf der sonst eher unscheinbaren Bühne wohl an Dekoration zu sehen sein würde und wie sich die Schauspielerinnen und Schauspieler, die ja viele Silixer persönlich kennen, schlagen würden.

Seit Juni wurde an dem Stück geprobt, und das hatte sich offensichtlich gelohnt. Die schauspielerische Leistung des Ensembles, Mimik, Gestik und Artikulation standen auf einem sehr hohen Niveau, das als beispielgebend bezeichnet werden kann. Mit einer betulichen Szene, als Gesina Dykhoff gemeinsam mit ihrer Tochter Stefanie ihre Goldene Hochzeit planen will, begann der Abend und nahm danach immer mehr Fahrt auf. Pia, Gesinas Enkelin, taucht mit der Überraschung auf, dass sie einen Catering-Service beauftragt hat, das Fest auszurichten und schleppt den etwas „durchgeknallten“ Franzosen Froonck Geró an, der für Verwirrung bei allen sorgt.

Slapstick-Einlagen wechselten mit ernsthafteren Szenen, das Familienleben geriet jedoch mehr und mehr aus den Fugen. Stefanies Schwester Theodore und ihr Verlobter Heinz-Heinrich brauchen Nachhilfeunterricht in Sachen „Sex“ und Gesina hat ein paar Tage vor der Goldenen Hochzeit plötzlich eine unglaubliche Nachricht für ihren Mann Engelbert. Doch alles kommt zum guten Ende.

Herrliche Verwicklungen, und das Publikum ging mit. Mancher Lacher kam an unerwarteten Stellen, in manchen Passagen hätten die Schauspieler eher auf einen Lacher gewartet. Doch das kann eben von Vorstellung zu Vorstellung sehr unterschiedlich sein. Wird bei der einen in einer Szene gelacht, kann es in der anderen Vorstellung plötzlich still sein, oder es taucht unerwartete Heiterkeit dort auf, wo man sie überhaupt nicht erwartet. Die Schauspielerinnen und Schauspieler hatten jedenfalls den Drive einer Premiere verinnerlicht und es gab von ihnen nur positive Auftritte mit starker darstellerischer Perfomance. Die Handlung wurde getragen von der teils überraschenden, teils erwarteten Präsenz des Franzosen Froonck Geró, den Sarah Ließ mit Verve und Überzeugung gab, „immär“ mit eine kleine Accent in die Sprache, und Opa Hannes, ein brillianter Ole Bösing, der seine angebliche Demenz schamlos ausnutzte, um sich mit Tee, Musikwünschen und einer wilden Sucht nach Andrea Berg Privilegien zu verschaffen.

Da hatte das Publikum einen Riesenspaß, und man philosophierte in der Pause und nach dem Stück anhaltend über die Leistung der Schauspielertruppe. Im Prinzip war jeder des Lobes voll, doch hatten auch viele Zuschauer im Laufe der Komödie ihre Lieblinge entdeckt, denen sie ganz besondere Vorteile zusprachen. Theater in Silixen ist eben ein Highlight im Jahr, und es ist höchst anerkennenswert, wie sich eine engagierte Truppe immer wieder neu positioniert. Ebenso anerkennenswert, dass der hohe Aufwand und die intensive Probenzeit derart von den Silixern und Menschen von weit aus der Umgebung honoriert werden, wie die Nummernschilder der rundum geparkten Autos bewiesen.