Aufruf zu bürgerlichem Ungehorsam

Kalletal-Heidelbeck (fmt). Der Neubau der Brücke in Heidelbeck und die Erhaltungsmaßnahme auf der bis dahin sehr maroden Dorfdurchfahrt L961 führt zu massivem Unmut der Anwohner in Heidelbeck und Tevenhausen. Jetzt informierten Christian Rösch und Rainer Korf, von der Initiative „Bürger für Heidelbeck“, mehr als sechzig Anwohner über den derzeitigen Stand der Dinge.

Hauptanliegen der Dorfbewohner ist neben den Problemen rund um die Baustelle und den Auseinandersetzungen mit dem Baulastträger „Straßen.NRW“, der zu erwartende zunehmende Lärm durch die zahlreichen Motorradfahrer an schönen Tagen. Schon jetzt sei der Lärm der Motorräder im Sommer unerträglich und führe bei manchen Anwohner auch dazu, dass sie ihre Gärten und Terrassen nicht mehr nutzen könnten.

Mit der neuen Straßendecke, die laut Rainer Korf jetzt einer Autobahn gleicht, erwarten die Anwohner eine Zunahme der Belästigung. Deshalb tritt die Initiative mit einer Reihe von Forderungen zur Verkehrsberuhigung an den Baulastträger und die Gemeinde heran. Dies sind unter anderem die Herstellung eines roten Radfahrstreifens und zusätzlicher Markierungen in weiß zur Abtrennung, „Tempo 30“ auf der neuen Fahrbahn innerorts, Fahrbahnverengungen zur Geschwindigkeitsreduzierung an den jeweiligen Ortseingängen, elektronische Geschwindigkeitsanzeigen und nicht zuletzt Kontrolldruck durch die Polizei durch Lärmmessungen an den Motorrädern. Wenn das alles nicht helfe oder abgelehnt werde, sollen die Bürger zum Bürgerlichen Ungehorsam schreiten und ihre eigenen Fahrzeuge so auf der Straße parken, dass dadurch ein Langsamfahren erzwungen werde.

Gefordert wurde auch ein gefahrloser Fußweg von Tevenhausen nach Heidelbeck. Hierzu wurde jetzt ein Antrag in der Ratssitzung vom 31. Oktober eingebracht. Als ein weiteres IKEK-Projekt kann dies jetzt mit in die Planung aufgenommen werden. Bürgermeister Mario Hecker hatte dazu Gespräche geführt und die nachträgliche Einbindung ermöglicht.

Weitere Punkte des Informationsabends waren die massiven Probleme mit „Straßen.NRW“ (wir berichteten). Dabei steht die nicht vorhandene Ampelregelung am Alten Postweg im Vordergrund.

Nach den bisherigen Umleitungsmaßnahmen müssen Tevenhauser Bürger, wenn sie nach Heidelbeck möchten und umgekehrt – dazwischen liegt nur die zu erneuernde Brücke – einen Umweg von 30 Kilometern fahren. An die Auskunft, dass die Baumaßnahme Ende November abgeschlossen sein soll, glaubt von den Betroffenen keiner. „Soll das dann über den Winter so weitergehen?“, fragten die beiden Protagonisten. Rainer Korf und Christian Rösch ergänzten, dass es mit dem Baulastträger in Bielefeld „nur eine schlechte bis gar keine Kommunikation zu den Problemen gäbe“. Dazu gehörten auch Baumängel an der Straße, die von den Bürgern zwar erkannt worden sind, zu denen jedoch keinerlei Stellung genommen werde. Deshalb habe man sich auch bereits an die Gemeinde gewandt.

Der stellvertretende Bürgermeister Dieter Hartwig, der bei der Sitzung anwesend war, stellte klar, dass der Gemeinde bei der Baumaßnahme die Hände gebunden seien, da hierfür der Baulastträger zuständig sei. Er sagte aber zu, dass die Gemeinde die Forderungen der Bürgerinnen und Bürger gegenüber „Straßen. NRW“ nachdrücklich unterstütze und vortragen werde.

Die Bürgerinitiative in Heidelbeck wird die Dorfbewohner weiter regelmäßig informieren. Vor allem zu der bevorstehenden Motorradsaison 2019 will man sich noch einmal besprechen und zu Initiativen zum selben Thema aus dem benachbarten Extertal Kontakt aufnehmen.