„Kaviar trifft Currywurst“ in der Lippischen Rose

Kalletal-Langenholzhausen (fmt). Der Theaterverein Hohenhausen hat wieder ein Stück auf die Bühne gebracht: „Kaviar trifft Currywurst“ von Winnie Abel. Eine Kneipen-Komödie, gespielt an einem authentischen Ort, auf dem Saal der ‚Lippischen Rose‘ in Lan-geholzhausen.

Mit dem lockeren Stück, über eine miefige Eckkneipe, die zum Gourmettempel werden soll, zeigte sich der Theaterverein Hohenhausen nach gut zwei Jahren wieder. Aufgrund der Umbauten der Gemeinschaftsschule wichen die Akteure der Hobby-Theatergruppe erstmals in eine Gaststätte aus. Nicht die schlechteste Entscheidung, wie sich im Laufe des Abends herausstellte.

Das mit seinen zahlreichen Gags, vielen Witzen, Aphorismen, aber auch Plattitüden gespickte Stück sorgte in Saal für Heiterkeit und ausgelassene Stimmung. So ein Stück passt auf den Saal einer Dorfkneipe! Lockere und fröhliche Unterhaltung in bester Tradition der Dorftheater, wie sie in Bayern aber auch mit der Retzer Bühne in Salzuflen-Retzen gepflegt werden und erfolgreich sind.

Die Story ist schnell erzählt: Die Kneipe „Zum warmen Würstchen“ von Wirtin Erna Wutschke (Anke Kersten) ist eine heruntergekommene Eckkneipe. Innerhalb von 24 Stunden soll sie in ein Edel-Lokal verwandeln werden, denn der neureiche Cousin der Wirtin (Iris Schön) und Investor, hat seinen Besuch angemeldet. Damit er ihr Geld für die Kneipe leiht, hat Erna ihm vor Jahren erzählt, sie betreibe ein gut laufendes Schicki-Micki-Restaurant. Ihr tollpatschiger Lebensgefährte (Gerd Korf), ein missgünstiger Gastronom (Stephan Prüßner) aus der Nachbarschaft, ihre Stammgäste (Natalia Dik, Peter Wacker, Annette Engelking) und ein nach Ruhm suchender Bürgermeister samt seiner überkandidelten Frau (Karl-Heinz Hüske mit Uschi Buche) sorgen für ein lustiges Verwechslungsspiel, bei dem alles schief läuft. Erst eine geschockte und dann mit bodenständigen Dingen zurückgebrachte Restaurant-Testerin (Heike Johanning) bringt alles wieder ins Lot.

Mit nur rund 130 Sitzplätzen vor der Bühne ist der Saal eher klein und kein Ersatz für die Aula als Spielstätte. Aber, der Premierenabend war gut besucht, alle weiteren Abende ausverkauft. Die Nähe zum Publikum, das Spiel mit örtlichen Namen und Personen im Stück und die kleine Kommunikation zwischen den Akteuren und dem Publikum, das ist es, was man als Zuschauer an einem solchen Abend erwartet.

Die komischen Situationen, die sich dadurch ergeben, beleben nicht nur das Stück, sondern auch die gesamte Atmosphäre.

Die Menschen unten kennen die Schauspieler oben. Da kommt Kommunikation auf, wenn sie ihre Rollen überzeugend spielen und Witze machen: „Haben sie Froschschenkel? Nein, ich laufe immer so“. Oder wenn Natalia Dik, überzeugend als mannstolle Sandy Stutzke, über die Bühne stolpert, und immer wieder süffisant nach diesen „kleinen Zündkerzen“ fragt. Passend dazu in der Pausedann echte Currywurst in der Schale, ein Bier oder eine Cola.

Eine schöne, leichte Unterhaltung, ohne den Anspruch auf großes Theater, eben wie eine gute Currywurst und besser als schlechter Kaviar.