In luftiger Höhe wird der Nordgiebel saniert

Extertal-Ullenhausen (rto). Seit Mitte Oktober laufen an dem denkmalgeschützten Getreidespeicher am Gut Ullenhausen umfangreiche Sanierungsarbeiten. Der Nordgiebel, der den Unbilden des Wetters seit dem 16. Jahrhundert trotzt, ist sanierungsbedürftig. Mit großem Einsatz hat es der ehemalige Bundestagsabgeordnete Cajus Cäsar noch zu seiner aktiven Zeit geschafft, dass die Sanierung mit fünfzig Prozent der Kosten aus Bundesmitteln bezuschusst wird.

Bei einem Ortstermin, etwa in der Mitte der Renovierungsarbeiten, gab es jetzt einen Einblick in die den Giebel erhaltenden Arbeiten. Die Firma Kramp & Kramp aus Lemgo-Lieme, spezialisiert auf die Arbeiten an Denkmälern, führt die substanzerhaltenden Arbeiten an dem denkmalgeschützten Speichergebäude auf dem ehemaligen Kloster-/Rittergut Ullenhausen aus.

Cord-Henning Braband, in dessen Familienbesitz das Gut seit dem Jahr 1937 ist, sowie der ehemalige Bundestagsabgeordnete waren ebenso vor Ort wie Bürgermeisterin Monika Remmert.

Cajus Cäsar, der heute als Bundeswaldbeauftragter unterwegs ist, berichtete wie schwer es ist, dass Bundesmittel in derartige Programme in den ländlichen Raum fließen. „Das Förderprogramm ist in der Regel sechs- bis achtfach überzeichnet. Wichtig ist es dann, neben einer guten Vorbereitung des Antrags, aber auch die Wichtigkeit und die außerordentliche Bedeutung für das Umfeld bei solchen Fördermaßnahmen deutlich zu machen“, sagte der Ex-Bundestagsabgeordnete. Ihm war es im Zusammenhang mit der Maßnahme im Extertal seinerzeit auch gelungen, gleichzeitig Förderzuschüsse für das Wasserschloss in Blomberg Reelkiche und die Renovierungsmaßnahmen der Kirchen in Talle und Hohenhausen zu beschaffen.

Mit rund 63 000 Euro bezuschusst der Bund nun die Maßnahme am Gut Ullenhausen. Die anderen fünfzig Prozent der Kosten trägt der Eigentümer. Noch etwa vier Wochen haben die Fachleute aus Lemgo-Lieme an dem rund 16 Meter hohen Giebel zu tun, dann sind die betroffenen Eichenbalken und die Fachen denkmalgerecht teilsaniert.

„Unsere Arbeiten sind ausschließlich substanzerhaltend. Wir erneuern nur, was unbedingt erneuert werden muss“, sagt der Projektleiter der Firma Kramp & Kramp, Maik Ebert.

Das Gut Ullenhausen, dass sich mit dem Sohn Cord-Henning Brabands, Heiner, nun in vierter Generation der Familie befindet, wurde im 12. Jahrhundert als Benediktinerinnenkloster gegründet. Es hat eine bewegte Geschichte und viele Eigentümerwechsel hinter sich. In der Zeit von 1450 bis 1590 war es sogar ein Rittergut.

Der jetzt teilrestaurierte Getreidespeicher stammt aus dem 16. Jahrhundert und wird für den 210 Hektar großen Betrieb immer noch als solcher genutzt.