Ab jetzt zeigt der gestiefelte Kater den Weg durch das märchenhafte Talle

Kalletal-Talle (fmt). Jetzt wurde im Kalletaler Ortsteil Talle im Beisein zahlreicher Dorfbewohner offiziell der von Renate Lübbing erstellte „Gestiefelte Kater“, frei nach Grimms Märchen, enthüllt und auf den Namen „Pfiffikus“ getauft. Die Taller Künstlerin sprüht vor Ideen, nicht nur für ihre Skulpturen. Was mit der Bearbeitung von unterschiedlichen Holzwurzeln, die zu skurrilen Masken geformt wurden, begann, setzte sich den letzten Jahren mit Arbeiten in Stein fort.

„Der gestiefelte Kater“ ist die bisher aufwendigste Arbeit der Künstlerin und in einem Stück aus PVC gebildet worden. Mehrfach mit Harzmatten überzogen und geschliffen wurde er immer wieder bearbeitet, bis er seine endgültige Form erhielt. Ein Jahr später und mit rund zwei Millionen haarfeinen Strichen zum Leben erweckt, steht er jetzt am Buswendplatz.

Auch Doris Stahnke von der Kunst- und Malschule in Lage war gekommen. Hier hat Renate Lübbing mit ihrem Meisterstück auch eine Prüfung abgelegt. Sie könnte jetzt mit einem Kunststudium beginnen und Kunsttherapeutin werden. Die Lagenser Mentorin berichtete über die langen Tage und Nächte an denen das Werk mit viel Enthusiasmus und Ehrgeiz entstand, das am Buswendeplatz am Albernberg die ein- und ausfahrenden Gäste begrüßt.

Auf Wunsch der Künstlerin übernahm Bürgermeister Mario Hecker, die Patenschaft zur Enthüllung. Er beglückwünschte sie und das Dorf zu der neuen künstlerischen Arbeit. „Damit ist Talle nicht mehr nur das ‚Kanzlerdorf‘, sondern zusammen mit den bereits aufgestellten Werken wirklich zum ‚Märchenhaften Dorf‘ geworden“, sagte er.

Im Dorf selbst gibt es bereits am Dorfgemeinschaftshaus 16 bunte Fliesen mit Märchenmotiven. Die in Aquarelltechnik gemalten Motive aus dem Dorf orientieren sich an der Märchenwelt der Gebrüder Grimm. Aus einem Bild heraus entstand dann die Steinskulptur des Rumpelstilzchens, das vor der Löschgruppe in Talle steht. Weiter unten, am Wendeplatz, zieren bereits eine alte Haselnuss als die „Taller Berggeister“ den Ortseingang von Talle. Dort stehen auch seit dem Sommerfest im Jahr 2016 die drei Kopfskulpturen „Homumkulus“, „Europa“ und die „Taller Sonne“, die Renate Lübbing den Taller Bürgern geschenkt hat. Drei ihrer Holzskulpturen schmücken seit der Umgestaltung den Mühlenweg in Hohenhausen von der Lemgoer Straße bis zum Marktplatz. Der Bürgermeister bedankte sich bei Dieter Hartwig und der Dorf- und Vereinsgemeinschaft Talle sowie bei Herbert Bröker und Uwe Kordfunke die immer wieder bei Aufstellen und Anbringen helfen. Renate Lübbing lobte er für ihre Kreativität und ihr vorbildliches Engagement. „Ich will meine Kunst nicht verkaufen. Ich arbeite nicht, um davon zu leben. Ich möchte den Menschen einfach etwas Schönes geben“, sagte sie zu ihrer Schaffenskraft.

Übrigens: Bei Regen bietet „Pfiffikus“ eine besondere Attraktion, dann weint er nämlich.