Das Walderlebniszentrum rückt jetzt doch näher

Kalletal (fmt). „Wir haben bei unserer Überlegung die Stimmung in der Bevölkerung wohl nicht richtig eingeschätzt.“ Nein, das ist nicht die Wiederholung der Erklärung der Koalitionsparteien zum Fall Heiko Maaßen. So oder ähnlich könnte auch die Erklärung dafür aussehen, warum die Kreis-CDU jetzt einen Rückzieher mit dem Vorschlag zum Projekt Weser.Land gemacht hat, und es einen Mehrheitsbeschluss im Kreistag zum Walderlebniszentrum in Heidelbeck gegeben hat.

Auch der Landrat, der noch vor gut einem Jahr versprochen hatte, das Museum zu erhalten, und sich damit hinter die Pläne des Walderlebniszentrums gestellt hatte, ist damit erst einmal seinem Versprechen treu geblieben, obwohl er in den letzten Monaten anscheinend ins Wanken geraten war.

Erst der Antrag der Grünen, der jetzt mehr oder weniger zur Entscheidung zwang, brachte jetzt die entscheidende Klarheit auf Kreisebene. Der Gemeinschaftsantrag, über den der Nordlippische Anzeiger in der letzten Woche an dieser Stelle berichteten, hat den Kreistag mit der Enthaltung der FDP passiert. Bedingung der Zustimmung ist aber eine Deckelung der Kosten und die Übernahme der 51.000 Euro jährlich an Betriebskosten durch die Gemeinde. Von den 2 Mio. Investitionskosten werden 80 Prozent durch Fördermittel gedeckt. Damit ist der Rat der Gemeinde Kalletal am Zug.

Die SPD hat im Vorfeld bereits ihre Zustimmung signalisiert. Ob die CDU-Fraktion ihren Kreistagskollegen folgt, wird sich zeigen. Zusammen mit der SPD, den Bündnis-Grünen und dem Bürgermeister wäre die Mehrheit vorhanden, selbst wenn die Rats-CDU sich enthalten oder dagegen stimmen sollte. Die UKB, deren Stimme möglicherweise bei einer knappen Entscheidung eine Rolle spielen könnte, will erst noch ein interfraktionelles Gespräch abwarten. Ihr Vorsitzender Ingo Mühlenmeier, der seinen Wahlbezirk in Heideleck hat, äußerte sich noch zurückhaltend. „Für uns stehen die Zahlen im Vordergrund. Wir wollen wissen, was da tatsächlich später für uns an Kosten auf uns zukommt“, so Mühlenmeier gegenüber diese Zeitung.

Zu den Kosten äußerte sich Bürgermeister Mario Hecker wie folgt: „Ein Großteil der Investitionskosten wird, wie bereits angekündigt über das Kommunale Investitionsfördergesetz abgedeckt. Der Knackpunkt ist für viele der Brocken der zu erwartenden, laufenden Kosten. Das sind im Prinzip die anstehenden Personalkosten. Wir haben in der Planung aber von Beginn an auch das Dorfbüro im Umbau mit gehabt und hierfür eine geförderte Stelle für einen Klimamanager im Masterplan Klimaschutz vorgesehen. Darüber wurde schon im Jahr 2016 ein Beschluss gefasst. Noch diese Woche kommt der Zuwendungsbescheid über 90 Prozent der Kosten für diese Stelle für drei Jahre. Es ist vorgesehen, die Stelle im Dorfbüro dann mit dem Klimamanager zu besetzten. Er wird sich in seiner Tätigkeit im Walderlebniszentrum entsprechend mit den Themen Klima, Wald und regenerative Energien beschäftigen. So können wir in den ersten drei Jahren den Kreisanteil für die nächsten darauf folgenden drei Jahre ansparen“, so der Bürgermeister.

Somit ist klar: Die Ratssitzung in Kalletal am 31. Oktober wird spannend und entscheidend.