Walderlebniszentrum in Heidelbeck steht auf der Kippe

Kalletal (fmt). Volkes Seele rumort, wie man so schön sagt. Und nicht nur Volkes Seele. Auch viele Politiker und der Bürgermeister Mario Hecker im Kalletal sind sauer. Grund ist die seit einigen Tagen vorliegende Äußerung des Kreistagsfraktionsvorsitzenden der CDU, Andreas Kasper, zu den Plänen, das Museum in Heidelbeck nicht zu erneuern. Vor der jetzt von den Grünen geforderten Abstimmung im Kreistag am 8. Oktober brachte er jetzt mit dem Vorschlag eines WESER.LAND-Projektes ein völlig neues Projekt ins Gespräch. Die Fördermittel für den geplanten Umbau in Heidelbeck könne man besser dafür verwenden, so der Fraktionschef der CDU.

„Damit stößt er nicht nur die vielen Ehrenamtlichen vor den Kopf, die seit Jahren an dem Projekt arbeiten und viele Stunden investiert haben“, sagt Bürgermeister Mario Hecker. Er erinnert daran, dass der CDU Landrat Friedel Heuwinkel sich noch vor Jahren für die Modernisierung des Museums eingesetzt hat. „Das war auch der Grund, warum der Kreis sich hier beteiligt hat. Das Museum sollte ein Alleinstellungsmerkmal des Kalletals werden“, sagt auch Volker Aust, Ehrenvorsitzender des Museumsvereins und fügt an, dass selbst der neue Landrat, Dr. Axel Lehmann, noch kurz nach seiner Wahl beteuerte, dass das Museum eine Zukunft habe und der Kreis geschlossen dahinter stehe.

„Seit Jahren arbeiten nun die Ehrenamtlichen zusammen mit dem Kreis und dem LWL in der Steuerungsgruppe, haben Annalysen und Konzepte erarbeitet und immer wieder vorgestellt. Hat die CDU Kreisfraktion das alles nicht gelesen“, fragt sich Volker Aust.

Jürgen Georgi, Kreistagsmitglied der Grünen und Mitglied im Umweltausschuss sieht es genauso. „Unser Antrag zur Abstimmung über das Konzept am 8. Oktober ist die Konsequenz der jahrelangen Arbeit. Es muss jetzt entschieden werden. Das Geld ist da. Für den Sinneswandel der CDU-Kreistagsfraktion haben wir kein Verständnis. Schon zu Bürgermeister Andreas Kargers Zeiten waren wir uns fraktionsübergreifend einig und standen hinter dem Museum. So tritt man den vielen Ehrenamtlichen nach so vielen Jahren nicht vor den Kopf“, so Georgi.

Volker Aust weist noch auf die vielen Jahre hin, wo man Geld zurückgelegt habe für die anstehende große Sanierung. „2017 war eigentlich doch alles klar, auch mit den Betriebskosten. Und nach dem Bürgermeistertreffen jetzt vor ein paar Wochen und der zusätzlichen Unterstützung aus Vlotho und Rinteln soll es auf einmal nicht mehr gehen? Ich will es mal so sagen: Wir fühlen uns vera......!“

In Asendorf ist im Zusammenhang mit der Vorstellung der Neuausrichtung in Heidelbeck ebenfalls eine zusätzliche Idee entstanden, die jetzt in der nächsten Woche als IKEK Projekt vorgestellt und gefördert werden soll. Dort sollen ein neues Multifunktionshaus und ein Qualitätswanderweg nach Heidelbeck entstehen. „Hier müssten wir jetzt unsere bisherigen Vorstellungen überplanen. Wir gehen aber nicht davon aus, dass das Projekt dann auch abgelehnt wird“, hofft Stefan Begemann, einer der Initiatoren.

Bürgermeister Mario Hecker reagiert nicht nur verärgert auf das mögliche Aus des Walderlebniszentrums. Er will im Fall des Scheiterns dem Rat empfehlen, die Kooperationsvereinbarung mit dem Kreis zu kündigen. Geichzeitig lehnt er eine Beteiligung der Gemeinde am „Weser.Land-Projekt“ ab. Sollte das kommen, will er dem Rat dann vorschlagen, das Museumsgebäude auf dem Grund des Landschaftsverbandes zu verkaufen. Als Vorsitzender des Vereins Wald und Forstmuseum will er dann auch dessen Auflösung und die Zuführung des verbleibenden Kapitals für schulpädagogische Angebote empfehlen.

Letztlich sieht er nicht, wie der Landrat, die Gemeinde in der Pflicht zuerst über das Walderlebniszentrum abzustimmen. „Hier ist der Kreis als übergeordnete Instanz und größerer Partner in der Pflicht“, sagt der Kalletaler Bürgermeister abschließend.