Retter auf vier Pfoten

Kalletal-Bentorf (fmt). Hätten Sie's gewusst? Jedes Jahr gibt es allein in NRW rund 1.000 Suchhundeeinsätze gibt? Es ist eine beeindruckende Zahl, die den Meisten aber schlichtweg gar nicht bewusst ist. Da drängt sich die Frage auf: Was sind denn das für Einsätze? Für die Antwort müssen wir Nordlippe nicht verlassen. Denn in Kalletal-Bentorf ist Martin Meding zuhause. Und er bildet Personensuchhunde sowie ihre Hundeführer aus. Doch zurück zur Frage: Welcher Art sind die Einsätze? "In erster Linie werden vermisste ältere Personen gesucht, in zweiter Linie müssen nach den neuen Sicherheitsvorschriften vor jeder Großveranstaltung Sprengstoffspürhunde ihren Suchdienst tun", fasst Meding zusammen. "Und beide Arten von Hunden werden hier bei uns in Bentorf geschult und von hier aus auch eingesetzt."

Die Vierbeiner sind gefragt - und haben soeben neue Kollegen bekommen: Neben den beiden ausgebildeten und einsatzfähigen Personenspürhunde Hermann und Thusnelda, beides Bloodhounds, sind kürzlich zwei russische Terrier mit den Namen Siegfried und Brunzilde als weitere Supernasen auf den Hof gekommen. Sie werden die Schulbank als zukünftige Sprengstoffspürhunde drücken. „Russische Terrier werden rund sechzig Kilo schwer und sind von der russischen Armee extra für ihre Aufgabe als Sprengstoffspürhunde gezüchtet worden. Ihre Nase ist noch um ein vielfaches empfindlicher als die der Bloodhounds,“ sagt der ehemalige Sprengmeister Martin Meding. Die beiden jungen russischen Terrier werden nun bald mit ihrer Ausbildung starten. Dazu hat der Trainer einen Koffer mit unterschiedlichen Gerüchen von Sprenstoffen aber auch eine alte abgefeuerte Waffe mit Schmauchgerüchen in petto.

Martin Meding ist zusammen mit seiner Frau Iris Inhaber der Spürhunde-NRW und des Befähigungsschein nach § 20 des Sprengstoffgesetzes sowie der Betriebserlaubnis nach § 7 desselben Gesetzes erhalten. Neben der Ausbildung der eigenen Hunde unterrichtet Martin Meding inzwischen auf internationaler Ebene Hundeführer im Mantrailing (Personenspürsuche). Anders als viele andere Hundestaffeln setzt er dabei ausschließlich auf Rassen, die schon von ihrer Genetik her für solche Einsätze benutzt oder gezüchtet wurden. „Auch wenn der Bloodhound eine eher unrühmliche Vergangenheit hat, so ist er doch der Beste Hund zur Suche von Menschen. Viele erfolgreiche Einsätze unsere Hunde, nicht nur hier in Deutschland, zeugen davon“, sagt er. Seine Frau Iris fügt noch hinzu, dass es bei Sucheinsätze sehr wichtig ist, das Hund und Führer auf einer Ebene als Team zusammenarbeiten. „Der Hund muss sich in Situationen die für ihn schwierig werden auf mich verlassen können. Da geht es nicht nur um Kommandos, sondern um Vertauen“,sagt sie Und Vertrauen haben die Tiere nicht nur ihren Ausbildern gegenüber. Auch wenn sie mächtig über die Hofanlage laufen, so sind sie auch Fremden gegenüber doch eher „schmusig“ und liebevoll. Das muss auch so sein, betonen beiden, denn sie müssen den Menschen gegenüber positiv eingestellt sein.

Martin Meding bildet nicht nur hier wie jetzt in ein paar Tagen Spezialisten aus. Er ist auch ein gefragter Ausbilder des französischen Rettungshundevereins “K9 Mantrailing France“. Seine eigene Fortbildung mit der Gendarmerie dort und italienischen Behörden widmet er jährlich einige Wochen. Sein Anliegen: Jeder Vermisste hat Anspruch auf die beste Ausbildung eines Suchhundeteams.

Die nächste internationale Personenhunde Suchausbildung startet in wenigen Tagen in Lemgo, nachts um 2 Uhr. „Die meisten Menschen gehen im Dunklen verloren. Da muss nicht nur der Hund funktionieren, auch sein menschlicher Teamkollege muss sich zu organisieren und zu orientieren wissen“, sagt der Ausbilder dazu.

Um unterschiedliche Menschen mit ihren, für die Hunde, unterschiedlichen Gerüchen zu finden, hat er jetzt erfolgreich im Kalletaler Netz nach Freiwilligen gesucht. Das wird bestimmt für alle Beteiligten eine spannende Sache.