Richtig großer Andrang

Kalletal-Varenholz (fmt). Zum ersten Mal haben die beiden Heimatvereine in Stemmen-Varenholz und Veltheim ein gemeinsames Fährfest gefeiert. Das Fest zum 40. Jubiläum der, bald in den Ruhestand gehenden, aktuellen Gierfähre am Anleger auf der Varenholzer Seite war ein großer Erfolg. So viele Menschen waren noch nie zu einer Veranstaltung an die Weserfähre gekommen.

Höhepunkt des Tages war sicher die Anwesenheit von Fährfrau Hannelore Huck. Sie wurde vom neuen Vorsitzenden des Heimatvereins Michael Eggersmann sogar persönlich abgeholt. Als Gegnerin des Kiesabbaus hatte sie noch im letzten Jahr ihren Unmut über die neuen Pläne auf der Varenholzer Seite kundgetan. Jetzt sagte sie: „Man kann nicht mit seinem Nachbarn ständig im Streit leben. Herr Eggersmann hat mich angeschrieben und eingeladen. Wir haben uns ausgesprochen und jetzt bin ich hier.“

Da waren auch zahlreiche Gäste aus Veltheim, die alle von Fährmann Martin Deppe übergesetzt werden wollten. Teilweise war der Andrang an der Fähre so groß, dass sich auf beiden Uferseiten lange Schlangen bildeten.

Auf dem Festplatz war teilweise kein Durchkommen mehr. Die „Blauen Jungs“, der Shanty-Chor aus Porta Westfalica, sorgte mit Seemannliedern für den musikalischen Hintergrund. Die Fährfrau in Ausbildung Sabine Reinecke-Erke hatte am Tisch mit den Flyern zur Namensfindung für die neue Fähre alle Hände voll zu tun. Schon nach kurzer Zeit war die Box für die Vorschläge gefüllt. „Die Menschen sind doch sehr kreativ bei der Suche nach einem Namen“, sagte sie.

Bürgermeister Mario Hecker bedankte sich bei den ehramtlichen Fährleuten für ihren Einsatz um den Erhalt der Fährverbindung. Alfred Huck, der derzeit älteste Fährmann, konnte leider nicht an der Veranstaltung teilnehmen, dafür war aber Wolfgang Pape, der ehemalige Vorsitzende und Fährmann des Heimatvereins Varenholz-Stemmen gekommen.

Der Vorsitzende des Veltheimer Heimatvereins, Hans-Herbert Harves, der mit seinem Verein das Fährfest sonst auf der Veltheimer Seite gefeiert hat, zeigte sich erfreut und überrascht über die große Anzahl der Besucher am Samstag. „Wir werden uns jetzt in ein paar Tagen zusammensetzen und resümieren. Aber ich denke, das hier heute war ein guter Ansatz das Fest in Zukunft zusammen zu feiern“, sagte er.

Auch Michael Eggersmann, der neue Vorsitzende des Varenholzer Heimatvereis zeigte sich mehr als erfreut über den Tag.

„Das Fährfest hier und heute soll zukünftig das An- und Abfähren, das es bis zum letzten Jahr noch gab, ersetzten. Dazu begrüßen wir nicht nur die Freunde aus Veltheim und Porta Westfalica, sondern möchte das in Zukunft auch mit ihnen gestalten.

Die Umgebung hier wird sich sicher in den nächsten Monaten noch ändern, aber es ist und bleibt ein Ort, an dem man sich erholen kann und vor allem ein Ort, wo man auch in Zukunft mit der Fähre, die vom Strom angetrieben wird, die Weser überqueren kann.“

Die neue Fähre soll am 3. Oktober mit einer Veranstaltung, zu der auch „Die Sendung mit der Maus“ aus dem WDR Kinderprogramm kommen wird, in Dienst gestellt werden. Bis dahin ist dann auch bekannt, wie sie heißen soll.

Übrigens wurde auch bei den Finanzmitteln für die neue Fähre erfolgreich zusammengearbeitet: Finanziert wurde die neue Fähre zu gut zwei Dritteln durch ein Leader-Projekt. Die Gemeinde Kalletal und der Heimatverein aus Veltheim werden den restlichen Betrag übernehmen.