Kalletal: Kommt der Radweg durch den Wald?

Kalletal-Langenholzhausen (fmt). Der Einladung von Andreas Miehle von der Bürgerinitiative Radweg Langenholzhausen zu einen gemeinsamen Termin für die Begehung des Waldweges von Langenholzhausen nach Dalbke, kamen jetzt Vertreter der Unteren Naturschutzbehörde, des Kreises und der Gemeinde nach. Neben dem Einladenden waren Stefan Pohl von der Gemeinde Kalletal, Jürgen Deppermann, Fahrradwegebeauftragter des Kreises Lippe, Petra Dreher von der Unteren Landschaftsbehörde sowie Manfred Rehse als Ratsmitglied gekommen.

Schnell wurde klar, dass der Waldweg nach Langenholzhausen zwar nicht die optimale Lösung sein, aber durchaus zeitnah hergestellt werden kann. Der Waldweg, so war zu erfahren, sei im Besitz von insgesamt mehr als fünf Eigentümern darunter als größter der Landesverband Lippe und werde zum Transport für Waldarbeiten benutzt. Der Zustand, so die Fachleute sei zwar gut, müsse für Radfahrer aber aufgearbeitet werden. Grundsätzlich steht einer Befestigung des Waldweges von Seite des Umweltamtes nichts entgegen. Eine Befreiung der Baumaßnahmen im Außenbereich wäre unter Umständen notwendig, aber wahrscheinlich kein Problem, so Petra Dreher. „Der aufzubringende Belag sollte aus optischen Gründen dabei aber kein glatter Asphalt sein. Eine Deckschicht mit asphaltähnlichen Eigenschaften, aber einer ‚natürlicheren‘ Anmutung wäre hier wünschenswert“, so die Fachfrau. Stefan Pohl erinnerte daran, dass es mehrere Eigentümer gibt, die gefragt werden müssen. „Ein Verkauf der im Privatbesitz befindlichen Grundstücke erscheint mir eher unwahrscheinlich. Daher wäre es jetzt die Aufgabe der Gemeinde, mit den Besitzern Gespräche bezüglich unter anderem der Nutzung als Radweg und des Unterhalts zu führen“, sagte er. Jürgen Deppermann regte an, dass unter bestimmten Bedingungen die Verkehrssicherungspflicht vom Kreis Lippe übernommen werden könne. „Dies wurde in der Vergangenheit bereits schon praktiziert“, sagte er. Neben den Anschlüssen des Waldweges an die weiterführenden Wege, die noch zu diskutieren sind, ist ein weiteres Problem die Querung in Höhe Dalbke. Hier sind derzeit zwei Möglichkeiten denkbar: Die Querung der B238 an der Brücke in Dalbke, und die Fortsetzung des Weges ab der Einfahrt zum Hof Klemme auf dem alten Weg bis zum Tierpark. Dies hätte den Vorteil, dass der Weg existiert und die Querung in der Tempo-50-Zone bei den Bushaltestellen gut einsehbar ist. Oder aber die Fortsetzung des Weges auf der Ostseite des Baches in Dalbke bis auf die Höhe der Einfahrt zum alten Tierpark „Auf dem Bruche“ und Bau einer Brücke über die Westerkalle, dann die Querung der B238. Dieser Vorschlag erschien aber nicht praktikabel, da eine Bachüberquerung voraussichtlich sehr teuer werde und die Querung völlig neu gestaltet werden müsste. Auch beim ersten Vorschlag müsste die Querung mit „Straßen.NRW“ erst geklärt werden.

Andreas Miehle nahm die Möglichkeiten interessiert auf, betonte aber, dass aus Sicht der Bürgerinitiative nach wie vor eine asphaltierte, ebene Strecke entlang der B238 zu bevorzugen sei. „Aufgrund des Widerstandes von „Strassen.NRW“ würden wir aber dem Bau des Radweges durch den Wald zustimmen. Voraussetzung hier für wären aber trotz der ‚Holzrückerei‘ ein dauerhaft gut zu befahrender „glatter“ Belag, der es unter anderem Rennrädern erlaube, den Weg zu benutzen sowie die Klärung der Verkehrssicherung, damit der Weg für tägliche Pendelfahrten genutzt werden kann.“ Darunter fallen sowohl die Beseitigung von Ästen als auch der Winterdienst. Manfred Rehse, der die Begehung als Langenholzhauser Ratsmitglied begleitet, sagte abschließend, dass der Lückenschluss des Radwegenetzes aus politischer Sicht nicht nur wünschenswert sei, sondern kommen müsse.