Nicht nur Herkules beeindruckte

Extertal-Bösingfeld (red). Zum ersten Mal in der 154-jährigen Vereinsgeschichte startete der Männergesangverein Concordia Bösingfeld von 1864 e.V. zu einer Tagesfahrt. Bisher wollten die Concorden immer mehrere Tage unterwegs sein.

Das Programm hatte es in sich: Bei strahlendem Sommerwetter wurde zunächst das Residenzschloss Bad Arolsen der Fürsten zu Waldeck und Pyrmont besichtigt, das nach Versailler Vorbild in den Jahren 1711 – 1718 entstand und das kleine Fürstentum an seine finanziellen Grenzen brachte. Andere Staaten führten Kriege, Waldeck verheiratete seine Prinzessinnen. Das vollständig erhaltene Schloss mit vielen Pretiosen beeindruckte nachhaltig.

Die Führung hatte hungrig gemacht, aber das allseits bekannte Concordia-Frühstück stärkte die 46 Teilnehmenden gleich wieder.

Weiter ging es zur nahegelegenen 1914 fertiggestellten Edertalsperre, wo auf dem Stausee zur 48 Meter hohen Staumauer gefahren wurde. Zweck der Talsperre ist in erster Linie die Wasserbereitstellung für die Bundeswasserstraßen Oberweser und Mittellandkanal. Trotz des durch anhaltende Trockenheit bedingten niedrigen Wasserstandes hatte das Schiff aber immer mindestens eine Handbreit Wasser unterm Kiel.

Am frühen Nachmittag gelangte die Gruppe mit Busfahrer „Rudi“ von RSB-Reisen zum Bergpark Kassel-Wilhelmshöhe, wo an diesem Tag die barocken Wasserkünste zu bewundern waren. 1200 Kubikmeter Wasser laufen innerhalb von 75 Minuten vom Herkules über Kaskaden, Kanäle und Wasserfälle zum Schlossteich, wo der Wasserdruck mit 8 bar eine 50 Meter hohe Fontäne erzeugt, die sich wie ein Geysir über die Wasserfläche ausbreitet. Die Wasserspiele basieren noch immer auf der jahrhundertealten Technik, funktionieren ausschließlich mit dem Gefälle und kommen daher ohne Pumpen aus. 2013 wurde der Bergpark daher auch als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt.

Nach einem ausgiebigen Kaffeetrinken mit bestem Kuchen einer Bösingfelder Bäckerei und gemeinsamem Singen steuerte der Bus das letzte Ziel an, die Schenken-Küche in Ovenhausen bei Höxter, ehe es über das lippische Storchendorf Elbrinxen wieder ins heimatliche Bösingfeld ging.

Ein anstrengender, aber erlebnisreicher Tag, wie viele Teilnehmende betonten und gern im nächsten Jahr eine Fortsetzung wünschten. Die beiden Organisatoren Gerhard Rinne und Rudolf Köller hörten es gern.