Gemeinschaft und Tradition werden beschworen - 118 Jahre Schützenverein

Kalletal-Lüdenhausen (fmt). Oberst Andreas Becker eröffnete das Lüdenhauser Schützenfest ohne den Vorsitzenden Bernd Helmig und Hauptmann Hartmut Rügge von der 2. Kompanie. Beide waren erkrankt. Das sonnige Wochenende war von Tradition, Zusammenhalt und guter Laune geprägt. Aber es gab auch kritische Stimmen gegenüber dem Kreis.

Zur offiziellen Eröffnung am Samstag startete das alle zwei Jahre stattfindende Schützenfest mit dem ersten Marsch durch den Ort am Abend. Doch schon am Freitag nahm die Jugend das Festzelt zum zweiten PMD-Revival-Disco-Abend in Beschlag. „Unerwartet voll“, war die Aussage der Verantwortlichen von „Magic Event“, die zusammen mit den DJ’s bis um vier Uhr alle Hände voll zu tun hatten.

Oberst Andreas Becker begrüßte Samstag nicht nur die zahlreichen Gäste und Ehrengäste, sondern richtete auch bittere Worte an den Kreis. Die verantwortliche Abteilung dort hatte den Königsmarsch am Montag und die damit verbundene kurzzeitige Sperrung der Marschroute abgelehnt. Begründung: die beiden Umleitungen Hohenhauser Straße und Heidelbeck (Nordlippe). „Trotzdem wir Alternativen und Kompromissbereitschaft angeboten haben, ist es bei dieser Anordnung geblieben. Wir haben kein Verständnis dafür, denn es ist Ferienzeit und die Straße nur sehr mäßig belastet. Aber vermutlich bricht der gesamte Verkehr in Nordlippe zusammen, wenn wir hier 10 Minuten durchmarschieren“, sagte Becker. Weiter betonte er, dass es überhaupt keine Gesprächsbereitschaft beim Kreis gegeben hätte und fügte unter schallendem Gelächter und aufmunterndem Beifall ironisch und mit einem Wink auf die Dauerbaustelle des Hauptstadtflughafens hinzu: „Mal sehen, wie es in zwei Jahren aussehen wird. Hoffen wir mal, dass die Baustellen bis dahin fertig sind.“

Bürgermeister Mario Hecker, Leutnant der 2. Kompanie, führte bei seiner Begrüßung auf, wie teuer Formfehler im Schützenleben sind und plädierte für eine Flatrate. Dann überreichte er Blumen an die Throndamen und Angelika Gottschlich als beste Schützin.

MdB Christan Sauter betonte, dass die Vereine fester Bestandteil Lippes seien und zur Traditionspflege gehören. Er unterstrich, dass die Arbeit in den Vereinen mehr politische Unterstützung brauche. Jürgen Berghahn (MdL) lobte den Zusammenhalt der Vereine, nicht nur der Schützen, und bezeichnete das als die Stärke des ländlichen Raumes.

Das scheidende Thronpaar, Ralf Ohr und Diana König, erhielt traditionell von Oberst Andreas Becker den Königsorden. Er dankte der scheidende König noch einmal für die, wie er sagte, „tollen zwei Jahre“. Bernd Diekmann, 3. Komp.; Jürgen Kater, 2.Komp.; Friedemann Rolf, 1.Komp. sowie Martina Strate von der Damenkompanie, wurden ebenfalls noch mit Auszeichnungen für ihren Einsatz für das Schützenwesen und ihre langjährige Zugehörigkeit geschmückt. König Ralf Ohr überreichte einen Orden an Matthias Seidens, für seine immerwährende Bereitschaft mit zu helfen.

Unter Beteiligung einer großen Abordnung der Schützen aus Brake samt Thron startete der Festumzug am Sonntag. Mit dem traditionellen Marsch durch die Gemeinde gestaltet sich ein schöner und gut besuchter Sonntagnachmittag an, der abends mit dem Großen Zapfenstreich und einem fulminanten Feuerwerk endetet.

An beiden Abenden wurde im Festzelt noch kräftig gefeiert und das Tanzbein geschwungen.

Ein Bericht über das neue Königspaar folgt in unserer nächsten Ausgabe.