Was für ein toller Zirkus – das kleine Dorf Göstrup feiert ein großes Fest

Extertal-Göstrup (fmt). So ein Fest gibt es mit Sicherheit nur einmal. Nicht nur die 700-Jahrfeier des gut 180-Seelen-Dorfes Göstrup, sondern auch die Art, dieses Fest zu begehen. Ein großes Zirkuszelt dazu dreißig Gruppen, auch aus den umliegenden Dörfern sowie über tausend Gäste und ein Bilderbuchwetter. Was will am mehr, um ein solches Jubiläum angemessen zu feiern.

So etwas gibt es wohl nur auf dem Land: 30 Helfer, die das große Zirkuszelt auf- und drei Tage später wieder abbauen. Noch einmal so viele, die am Samstag an allen Ecken helfen, weil die Organisatoren selbst eingebunden sind und begeisterte Vertreter aus Vereinen, die zwei Vorstellungen mit ihren Vorführungen füllen. Das Zelt war beide Male komplett ausverkauft. Sowie Jens Heuwinkel, der als Zirkusdirektor nicht nur jovial und unterhaltsam die beiden Vorstellungen moderierte, sondern auch über „dicke Arme“ klagte, vom Einschlagen der Zeltnägel mit dem Vorschlaghammer am Vortag.

Der sieben Meter lange Festtagskuchen, bestehend aus rund 30 aneinandergebauten, selbst gebackenen Kuchen in Kastenformen, ging weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.

Das Festgelände bot dazu ausreichend Gelegenheit, sich zu verköstigen, zu entspannen, ein Foto machen zu lassen oder die aufgestellten Alttraktoren zu besichtigen. Eine traumhafte Atmosphäre, der sich auch für lange Zeit die angereisten Kommunalpolitiker nicht entziehen konnten. Landrat Dr. Axel Lehmann und MdL Jürgen Berghahn unterhielten sich angeregt mit Besuchern und die Landesverbandsvorsteherin Anke Peitmann freute sich über die geschenkte bunte Schleife. Der liberale Jungpolitiker im Bundestag, Christian Sauter, war nur kurz anwesend, weil er zu einer Hochzeitsfeier musste.

Doch zu den Höhepunkten des Samstags: Die Kindervorstellung zeigte Eltern und Großeltern in dem warmen und voll besetztem Zelt einen bunten Reigen mit Vorführungen selbstbewussten Kindern vom Kindergarten bis zum Teenie-Alter. „Starke Männer“ Elfen, Feen, Sweeties und Smarties, wirbelten durch die Manege. Die „Rocking Kids“ rockten den Laden und die Trampolinspringer flogen bis zum Zeltdach. Tanzgruppen und Voltigierer zeigten ihr Können und das Publikum danke mit anhaltendem Applaus. Jede Gruppe, auch die, die hier nicht aufgeführt werden, waren für sich ein Hit.

In der Abendveranstaltung wagten sich die Radfahrer durch einen Feuerring, zogen riesige Seifenblasen hinter sich her, zeigten die „Octo-TUSSis“ was man alles mit dem Teraband machen kann, kam ein echtes Pferd in das Zelt und brachten die Cheerleaders der ‚Jags“ mit ihrer Akrobatik das Blut zum Kochen. Die Vokalartisten des „Corios“ ließen wie in der Sesamstraße Monster aus den Mülltonen luken. Dazwischen immer wieder kleine Auftritte von Clowns und Einlagen des Zirkusdirektors, ganz wie im richtigen Zirkus.

Am Sonntag trafen sich dann noch einmal rund 120 Gäste zum gemeinsamen Frühstück bevor, wie oben schon beschrieben, das Zelt wieder gemeinsam abgebaut wurde.

„Es war schon ein richtiges Ding und manchmal haben auch wir uns gefragt, ob wir das überhaupt alles stemmen können. Die Organisation, die Kommunikation mit den dreißig teilnehmenden Gruppen und das ganze Drumherum. Aber das Fest heute zeigt, dass sich der Einsatz gelohnt hat. Wir sind froh über der Erfolg“, sagt Albrecht Riedel am Ende und strahlt wie seine Mitstreiter über den Erfolg.

Das kleine Dorf Göstrup in Extertal hat einmal mehr gezeigt, was alles auf den Land möglich ist, denn hier hält man noch zusammen.