Sympathisch exotischer Besuch beim Sicherheitstag in Dörentrup

Dörentrup (fmt). Zum Sicherheitstag in Dörentrup hatte die Lippische Landes-Brandversicherung einen besonderen Gast eingeladen. King Cephas Kosi Bansah aus Ghana besuchte das lippische Dorf. Der König des Ewe-Volkes mit rund zwei Millionen Menschen und siebzig verschieden Sprachen in Ghana, Togo und Benin arbeitet in Deutschland als selbstständiger Meister für Landmaschinen und Kfz.

Der Siebzigjährige ist König auf Lebenszeit und hat dieses Amt vor Jahren unter der Voraussetzung angenommen, in Deutschland bleiben zu können. „Es gibt kein besseres Land als dieses und trotzdem schaffen es die Menschen hier, sich immer wieder selbst Probleme zu schaffen, für die es in anderen Ländern der Welt nur Kopfschütteln gibt“, wundert er sich. Zusammen mit seiner deutschen Frau nutzt der Ghanaer solche Auftritte wie den in Dörentrup, um Geld für soziale Projekte in seiner Heimat zu sammeln. Mit dem Verkauf eines eigenen Bieres und bunten Armbändern sowie den Einnahmen durch Honorare haben die beiden in den letzten Jahren rund zwei Millionen Euro zusammengesammelt. „Das Geld nutzen wir unter anderem, um eine Schulwerkstatt in Hohoe in Ghana oder die Wasserversorgung in unserer Heimat aufzubauen“, erzählt seine Frau.

Achtmal in Jahr fliegt er in sein Königreich, berichtet der sympathische Monarch, der in dem demokratisch geführten Land aber keinerlei Regierungsmacht besitzt. „Und immer dann, wenn er in seinem majestätischen Gewand aus dem Flugzeug steigt, beginnt eine eigene Welt. Dann darf niemand mehr mit ihm sprechen und die Menschen verneigen sich vor ihrem Oberhaupt“, erzählt seine Frau. Sie selbst sei trotz ihrer weißen Haut ebenfalls angesehen, was nicht zuletzt auf die guten Beziehungen zwischen dem afrikanischen Land und Deutschland zurückzuführen sei.

Die letzte eher verschämte Frage nach seinem Schmuck beantwortet seine Majestät mit einem leichten Lächeln. Natürlich sei der glänzende Schmuck echt. Schließlich sei Ghana die „Goldkammer Afrikas“. Und als König werde der Schmuck mit figürlichen Darstellungen heimischer Tiere von Generation an Generation immer weitergeben. Zuhause in seiner Werkstatt trägt ihn der „König im Blaumann“ natürlich nicht.