Gymnasiasten sorgen für Trinkwasser in Afrika

Barntrup (red). Nun ist es wieder soweit. Der 9. Juli wird am Städtischen Gymnasium Barntrup als Tag für Afrika begangen. Den eigentlich unterrichtsfreien Konferenztag der LehrerInnen nutzen die SchülerInnen in Barntrup zum Geldverdienen, um anschließend ihren gesamten Arbeitslohn für afrikanische Projekte zu spenden.

Marvin Beckmann, Mitglied der Schülervertretung des Städtischen Gymnasiums Barntrup und dort Hauptorganisator des deutschlandweiten Tages für Afrika der Aktion Tagwerk, weiß von den Tätigkeiten seiner MitschülerInnen zu berichten: „Wir arbeiten in Betrieben, bei Privatleuten oder in der eigenen Verwandtschaft und erledigen von Gartenarbeiten bis Hilfen im Hotel sehr unterschiedliche Aufgaben. Im letzten Jahr waren über 90 Prozent unserer SchülerInnen nun schon zum dritten Mal aktiv.“

Und sie unterstützen wie in den Vorjahren die Grundschule (1. - 6. Klasse) in Abigui, einem kleinen Ort im westafrikanischen Staat Côte d’Ivoire (Elfenbeinküste). „Die Hälfte des am Tag für Afrika erarbeiteten Geldes kommt den Schulkindern in Abigui über den Blomberger Verein Initiativen Afrika zu Gute, die andere Hälfte fließt über die von mehreren großen Entwicklungsorganisationen ins Leben gerufene Aktion Tagwerk in andere afrikanische Projekte“, erzählt der Lehrer Volker Mohme. Er koordiniert am Gymnasium verschiedene Projekte zur Bildung für nachhaltiges Denken und intiierte das Projekt Mantansu (Wort aus der Stammessprache Baule der Einwohner von Abigui, übersetzt Verbundenheit). Er stellte auch die Verbindung zum Verein Initiativen Afrika her.

So war letzte Woche Herr Kouamé Akpetou vom Verein Initiativen Afrika am Gymnasium in Barntrup zu Gast, um SchülerInnen über die aktuelle Situation an der Grundschule in Abigui zu informieren. Er selbst hat seine Wurzeln in Abigui, lebt aber seit über 30 Jahren in Bielefeld. Etwa ein Jahr lang haben die Grundschüler in Abigui nun schon kein Wasser mehr zur Verfügung. „Wenn einem Schüler das mitgebrachte Wassergefäß auf den Boden fällt, hat er bis Schulschluss um 17.00 Uhr nichts mehr zu Trinken - und manche Schüler gehen dann noch über 5 Kilometer zu Fuß nach Hause“, schildert Herr Akpetou. „Und das ist nicht leicht, denn bei subtropischem Klima mit sehr hohen Temperaturen und sehr hoher Luftfeuchtigkeit verliert der Körper ständig viel mehr Wasser als hier bei uns.“

Somit ist klar, wofür die Schülerinnen dieses Jahr bei ihrem Arbeitseinsatz schwitzen. „Nachdem wir in den letzten zwei Jahren den Bau von drei neuen Klassenräumen mitfinanziert haben, wollen wir in diesem Jahr die Wasserversorgung der Schule in Abigui ermöglichen“, erklärt Volker Mohme. „Wir übernehmen dort keine Aufgaben, die der Staat leisten würde, und unterstützen nur Eigenprojekte der Menschen vor Ort als Hilfe zur Selbsthilfe. Sämtliche Arbeiten werden von den Menschen aus dem Ort nach ihren Plänen und mit ihren Arbeitstechniken und -geräten selbst ausgeführt.“ Der nächste Tag für Afrika steht also unmittelbar bevor, auf dass die SchülerInnen in Abigui in ihrer Schule bald wieder Wasser zum Trinken haben.