Ein Dorf im Aufschwung

Kalletal-Bavenhausen (fmt) Einen Platz an der Sonne haben die Bavenhauser Bürger. Das nicht nur sprichwörtlich, sondern auch in Form einer großen Liegebank am Fuß der Mühle, dem Wahrzeichen des Kalletaler Ortsteils. Lange im Dornröschenschlaf, ist das Dorf im letzten Jahr aus diesem mit dem 1. Platz im Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ sympathisch geweckt worden. Und jetzt folgt dieses Jahr nicht nur der Auftritt im Wettbewerb auf Landesebene, sondern auch das große 675-jährige Jubiläum.

„Dorf mit Zukunft“ ist das Motto, das sich davor schon Kalldorf auf die Fahne geschrieben hat, aber beschreibt, wie wohl man sich hier im ländlichen Raum fühlt. Die erste urkundliche Erwähnung findet das Dorf in einer Urkunde vom 22. Januar 1343. Diese liegt im Staatsarchiv Detmold. Aber man geht auch davon aus, dass der Ort schon lange vorher besiedelt war. Hügelgräber aus der Bronzezeit weisen darauf hin.

Die Mühle, das Wahrzeichen des Dorfes, steht seit 165 Jahren an ihrem Platz auf dem Obernacken, hoch über dem Dorf. Doch anders als die Bentorfer Mühle ist sie leider nicht mehr in Betrieb. Und auch mitten im Dorf zeugt die Gaststätte Rieke-Schulte nicht nur von vergangenen Zeiten sondern ebenfalls von den Ereignissen um die Konzessionen des Branntweinverkaufs im Jahr 1869. Da hatte sich nämlich der Gastwirt Kuhlemann aus dem Landgasthaus Waterloo dagegen gewehrt, dass eine zweite Konzession für die noch heute existierende Gaststätte erteilt wurde. Aus heutiger Sichtweise wohl zu Recht, denn der Krug feiert so im nächsten Jahr sein 150. Jubiläum.

Wie in vielen Gemeinden Lippes blieb auch Bavenhausen von Auswanderern nicht verschont. Die Armut und die wirtschaftlichen Verhältnisse trieben die Menschen Mitte des 19. Jahrhunderts in die Ferne. Die, die blieben, schlugen sich oft auch als Wanderziegler durch.

Heute sieht das schon ganz anders aus. Immer mehr Menschen suchen die Entschleunigung und die Geborgenheit des Landlebens. Deshalb zieht es heute immer mehr Menschen in den ländlichen Raum und auch nach Bavenhausen. Die Infrastruktur entwickelt sich, Kinder wachsen geborgen auf und auch der öffentliche Nahverkehr (ÖNPV) sorgt für Anbindung an Städte wie Lemgo, Detmold oder Bad Salzuflen.

Heute ist Bavenhausen ein modernes Dorf mit gutem Generationenmix und intakter Dorfgemeinschaft, der Feuerwehr, einem Reiterhof und einer Grundschule. Sogar kleine Betriebe gibt es hier. Durch die Bemühungen des aktuellen Vorstands des Heimatvereins entsteht gerade auch ein Backhaus in Gemeinschaftsarbeit in der neuen Dorfmitte.

Vom 8. bis 10. Juni wird in diesem Jahr das 675-jährige Jubiläum gefeiert. Freitag geht es um 18 Uhr an der Mühle los. Mit Böllerschüssen wird das dreitägige Fest eröffnet. Der anschließende Fußmarsch führt zum Gasthof Rieke-Schulte, dem Mittelpunkt des Dorffestes für die drei Tage. Dort geht es ab 19 Uhr auf Zeitreise unter dem Titel: „Ein Abend im Zeichen der Mühle“. Daran anschließen wird sich die „Mühlenparty“ mit DJ Mino.

Der Samstag startet um 15 Uhr, wieder bei Rieke-Schulte, als „Bunter Nachmittag“ für alle Generationen. Vorführungen des Kindergartens, der Laienspielgruppe „Teimeristen“ und des Reit- und Fahrvereines stehen hier auf dem Plan. Ab 20 Uhr darf wieder das Tanzbein geschwungen werden. Für 7 Euro Eintritt bittet die „California Dance Band“ zum Tanz.

Nach dem Wecken um 9 Uhr, dem Gottesdienst um 10 Uhr und dem gemeinsamen Mittagessen – ebenfalls im Gasthaus – startet am Sonntag der große Festumzug um 14 Uhr. Mit Unterstützung des Fanfarenzuges „Blau-Weiss“ Kalletal geht es zum Abschluss auf den Festplatz auf Riekes Hof, an der Bavenhauser Straße 35.