Leise und ökologisch mit E-Dorfautos durch Lüdenhausen

Kalletal-Lüdenhausen (fmt). Man muss sich daran gewöhnen und vielleicht ist es keine schlechte Idee zu Beginn, einen Beifahrer dabei zu haben. Leise, für Fahrer aber auch fast nicht hörbar, geleiten jetzt zwei E-Mobile durch Lüdenhausen. Die zwei Autos vom Typ Renault ZOE wurden jetzt von Bürgermeister Mario Hecker und seinem Stellvertreter Dieter Hartwig an den Verein Zukunft Lüdenhausen eG und seinen 1. Vorsitzenden, Philip Pröhlemeier, übergeben. Dazu trafen sich zahlreiche interessierte Lüdenhauser, um eine erste Probefahrt machen zu können.

Mario Hecker freute sich, die Fahrzeuge endlich übergeben zu können. Sie sind Bestandteil des Konzeptes der Dorfentwicklung, des Bundesprogramms „Ländliche Entwicklung“, aus dem heraus sich der Verein Zukunft Lüdenhausen eG im letzten Jahr gegründet hat. Das Konzept beinhaltet ein Dorfinfoportal, das derzeit als APP entwickelt wird, die zwei elektrischen Dorfautos, sowie einen Mobilen Wochenmarkt und den Bürgerdialog. Für die Dorfautos stehen für das Leasing rund 25.000 Euro zur Verfügung.

Insgesamt rund 75.000 Euro Fördergeld hatte der damalige Staatssekretär im Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung, Peter Bieser, auf eine Initiative das damaligen MdB Cajus Caesar hin im letzten Frühjahr in Form eines Schecks persönlich nach Lüdenhausen gebracht.

Ab sofort stehen die beiden Fahrzeuge am Eichenhof. Der SAD e.V. hat dafür extra zwei Ladestationen aufstellen lassen. Später soll ein Fahrzeug hier verbleiben, das zweite an der „Rose“ stehen. Dort muss allerdings die Ladesäule noch aufgebaut werden.

Die bereits auf den Weg gebrachte Mobile Seniorenberatung (SinFol) im Kalletal wird aber schon jetzt von den Fahrzeugen profitieren. Caterina Hempelmann, die auf der Grundlage eines Minijobs innerhalb der Förderung in der Seniorenberatung seit geraumer Zeit unterwegs ist, kann die Fahrzeuge für ihre Arbeit schon jetzt nutzten.

Aber auch jeder andere Dorfbewohner kann das Fahrzeug benutzen. Voraussetzung der Nutzung ist eine vorherige Registrierung des Fahrers. Das wird später durch ein Webformular auf der DorfApp möglich sein. Derzeit ist die Anmeldung und Verwaltung noch aber händisch abzuwickeln.

Wer also ein Fahrzeug fahren möchte, ruft beim SAD unter der Telefonnummer (05264) 9229 an und bucht vor.

Rechtlich ist die Gemeinde der Verleiher der Fahrzeuge. Der Verein, mit dem die Nutzer die Nutzungsvereinbarung abschließen werden, ist der Entleiher der Autos. Die Fahrzeuge sind bei der Benutzung mit einer Selbstbeteiligung von 300 Euro im Schadensfall versichert. Abholung und Rückgabe erfolgen jeweils an den festlegten Ladestationen.

Die jetzt gegründete Genossenschaft in Lüdenhausen und ihre Aktivitäten sind das Fundament für das durch den Bund geförderte Projekt. Ziel soll es aber sein, sich über die Förderung hinaus für die Entwicklung des dörflichen Raums einzusetzen. Einig sind sich alle Beteiligten, dass es bei einer erfolgreichen Arbeit durchaus zu weiteren Förderprogrammen kommen kann.