Gelungener Auftakt findet großen Zuspruch

Nordlippe/Barntrup (ar). Das Integrierte kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) nimmt Fahrt auf. Die Auftaktveranstaltung im Barntruper Schul- und Bürgerzentrum war mit interessierten Bürgern bis auf den letzten Platz besetzt, und die Initiatoren gaben sich erfolgreich alle Mühe, den Funken an der Zündschnur am Glühen zu halten.

Nachdem es vom 9. bis zum 20. April einen Besichtigungsmarathon von 62 Stunden in allen Ortsteilen der vier nordlippischen Gemeinden gegeben hatte, in dem Kommissionen die Förderungswürdigkeit von Dorfprojekten einschätzten, ging es in dem ersten großen Plenum nun darum, eine breite Öffentlichkeit herzustellen. Das Projekt IKEK besteht aus mehreren Bausteinen. Da sind beispielsweise Leitprojekte, die etwa ein Bürgernetzwerk enthalten und auch die strukturelle Unterstützung durch die Verwaltung genießen. Da sind ebenso ortsübergreifende Projekte, die sich um eine spezielle DorfApp kümmern, bei der es um die Beschaffung einer solchen App geht, dazu dem Hosting und letztlich um die dezentralen Schulungen der Einwohner. Als 3. geht es um konkrete Ortsprojekte. So kann beispielsweise ein Dorfbüro eingerichtet werden, das als Stützpunkt des Bürgernetzwerkes dient und einen Treffpunkt für gemeinsame digitale Nutzung darstellen soll.

Den Nutzen stellten sowohl Dipl. Ing. (FH) Helge Jung als auch Dipl. Ing. Hartmut Lüdeling M.Sc. vom Planungsbüro ARGE Dorfentwicklung GbR eindringlich dar. Das scheint bei den beteiligten Gemeinden auf fruchtbaren Boden zu fallen, denn neben Barntrups Bürgermeister Jürgen Schell, der sowohl für das einleitende Grußwort als auch für das Schlusswort verantwortlich zeichnete, waren ebenfalls Monika Rehmert (Extertal), Mario Hecker (Kalletal) und Friedrich Ehlert (Dörentrup) anwesend. Die Notwendigkeit, Nordlippe zukunftssicher zu machen und mit einer umfassenden Digitalisierung zu versehen, hat man erkannt.

Das IKEK-Projekt soll nun dafür sorgen, dass die Gemeinden und ihre Ortsteile nicht ausbluten, dass im Gegenteil ihre Attraktivität so gesteigert und gesichert wird, dass wieder junge Leute zuziehen und nicht abwandern, Arbeitsplätze in der Region gesichert und ausgebaut werden, und dass Nordlippe für Arbeitgeber, Mitarbeiter, Handel und Gewerbe langfristig interessant wird und bleibt.

Zwei hervorragende Beispiele konnte der Leiter des Regionalmanagements Nordlippe, Borris Ortmeier, in Person von Jan Willer und Torben Calenberg präsentieren, und die beiden Unternehmer hatten durchaus sympathische und beispielgebende Informationen zum Thema „Gründung und erfolgreiches Unternehmertum im ländlichen Raum“ im Gepäck. Jan Willer vom Schuhhaus Willer in Kalletal-Hohenhausen berichtete eindringlich über die Klimmzüge, die ein alteingesessenes Unternehmen in Zeiten des Internets vollziehen müsse, um konkurrenzfähig zu bleiben. Man dürfe, so Willer, die Entwicklung nicht verschlafen und müsse immer mit attraktiven Aktionen dicht am Kunden bleiben. Dazu gehörten eine differenzierte Preispolitik und auf die bekannte Klientel zugeschnittene Aktivitäten wie Wanderangebote, um das Schuhangebot aktiv zu promoten.

Torben Calenberg musste einen anderen Ansatz verfolgen. Die betriko-GmbH in Voßheide ist ein inzwischen bundesweit agierender Softwareentwickler für die Landwirtschaft und hat sich mit ihrem Agrar-Monitor eine technologische Stellung erarbeitet, die dem Unternehmen auf Jahre wirtschaftliche Sicherheit garantiert. „Dafür kann man von überall arbeiten,“ konstatierte Torben Calenberg, „und nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der lahmen Datenübertragung konnten wir einen gangbaren Kompromiss finden.“

Diesen Daten-Hemmschuh für Unternehmen zu beseitigen, wird noch eine gewaltige Aufgabe für das IKEK-Projekt werden. Jedenfalls ergänzen sich in Nordlippe Bodenständigkeit und hohe Lebensqualität aufs Beste, und für die Gleichwertigkeit von ländlichem Raum und Stadt muss man an den Stärken arbeiten. Wie das konkretisiert werden kann, beschrieben Melanie und Mario Hecker, Bürgermeister von Kalletal, sehr anschaulich. Am Beispiel ihrer Gemeinde Bavenhausen stellten sie mehrere Projekte mit starker Bürgerbeteiligung vor. Dabei standen bei der Planung dieser Vorhaben immer die Wünsche und Vorstellungen der Kinder im Vordergrund, und auch die Einbeziehung der Kleinsten bei der baulichen Realisierung, wie etwa dem Backhaus, schlug sich überaus positiv auf das dörfliche Zusammenleben nieder.

Nun wird weiter an dem Konzept für Nordlippe gearbeitet, und man darf auf das zweite IKEK-Forum gespannt sein, bei dem es um die Priorisierung der Leitprojekte geht und die Liste der Ortsprojekte beschlossen wird. Und das soll am Mittwoch, dem 26. September stattfinden, voraussichtlich wieder im Schul- und Bürgerzentrum Barntrup.