Inseln der Natur – wild und farbenfroh

Extertal (ag). In Extertal sollen überall, wo es möglich ist, bunte Wiesen blühen. Das ist der Plan der Arbeitsgruppe Blühwiesen Extertal.

Ein Vortrag brachte den Stein ins Rollen – das Thema: „Ursachen und Folgen für den Rückgang von Insekten“. Werner Schulze, ein ausgewiesener Fachmann für Insektenforschung, gab im September 2017 vor dem Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz in Extertal sein Wissen über das Insektensterben an die Anwesenden weiter.

Im Oktober darauf bildete sich in der Gemeinde die Arbeitsgruppe Blühwiesen Extertal, mit dem Ziel vor Ort der negativen Entwicklung entgegenzuwirken.

Man begann darüber nachzudenken, was zu tun sei: Wie könnte es gelingen, Lebensräume für Insekten zu erhalten und zu schaffen? Welche konkreten Schritte wären hilfreich?

„Wir wollen nicht nur reden, sondern handeln!“, so Manfred Stoller, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz und Mitglied/Initiator der Arbeitsgruppe. Gesagt, getan.

Als erste Maßnahme hat die Arbeitsgruppe das Projekt „Blühwiesen“ gestartet. Um den Insekten bessere Lebensgrundlagen zu bieten, soll Extertal bunter werden. Zwei Blühmischungen, die auf die Bedürfnisse von Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und anderen Insektenarten zugeschnitten sind, wurden zusammengestellt.

Das Saatgut wurde in der Region gezogen und ist für die hiesigen Verhältnisse gut geeignet. Jetzt sollen sie an den Mann und die Frau und zur Aussaat gebracht werden.

Das erste Firmen-Pflanzprojekt hat die Arbeitsgruppe „Blühwiesen Extertal“ bereits eingetütet. Graben und Grünstreifen an der Breslauer Straße werden zuerst in Angriff genommen. Am Parkplatz des Supermarktes soll im Sommer die erste Wiese des Projekts blühen.

Auch die Verantwortlichen, die Friedhöfe begrünen und pflegen würden die Mitglieder der Arbeitsgruppe gerne für ihre Mischungen begeistern.

Mit der Landwirtschaft ist man bereits im Gespräch.

Zudem hat die Gruppe Almena und Silixen bereits im Visier.

„Es soll weitergehen!“, fordert Stoller.

Interessenten, die eine öffentliche Fläche übernehmen möchten, sollten sich zwecks Koordination an Eckhard Paulmann von der Gemeinde oder Marketing Extertal wenden.

Heino Rinne vom Imkerverein Extertal ist sich jedoch sicher: „Einmal pflanzen wird nicht helfen.“ Kleine Flächen könne man jedes Jahr neu beackern, aber nachhaltiger seien die mehrjährige Blühmischung.

Die Blühmischungen sind ein Anfang, ein kleiner zielführender Beitrag, um dem Insektensterben entgegenzutreten. Neben Firmen, Landwirtschaft und Gemeinde setzen die Naturschützer auch auf private Initiativen. „Gelingen kann das nur, wenn viele Einzelne, Gruppen und Institutionen mitmachen: die Gemeinde, Gartenbesitzer, Grundstückseigentümer, landwirtschaftliche Betriebe und Vereine“, so Stoller. „Unsere Bitte: Werden auch Sie aktiv und bringen Sie ihr Umfeld zum Blühen! Die Natur wird es Ihnen danken und auch die nachwachsenden Generationen.“

Schirmherrin des Projekts ist Extertals Bürgermeisterin Monika Rehmert. Der Schulterschluss zwischen Arbeitsgruppe und Gemeinde ist nicht nur der Arbeitsgruppe ein echtes Anliegen. Eckhard Paulmann von der Gemeinde Extertal: „Für die Gemeinde ist das eine echte Win-win-Situation. Es ist schön, wenn sich Leute kümmern. Wir fördern das sehr gerne und stehen dem sehr aufgeschlossen und optimistisch gegenüber.“

Jetzt sollen also den Worten Taten folgen. Denn schon im Jahr 2014 beschlossen Lippes Kreistag und seine Bürgermeister, dass die Region bunter werden soll. Sie alle stellten sich hinter das Projekt „Blühende Landschaft Lippe“. Auf der lippischen Bürgermeisterkonferenz unterschrieben alle Bürgermeister eine Vereinbarung, das Projekt auch in ihren Kommunen zu unterstützen und voranzubringen.

Mehr Infos zum Blühwiesenprojekt gibt es schon jetzt im Internet unter www.extertal.de (LebenIArbeiten) oder per E-Mail: bluehwiesen@extertal.de

Infoveranstaltung

Eine Infoveranstaltung zum Projekt „Blühwiesen Extertal“ findet am Dienstag, 13. März um 19 Uhr im Bürgersaal des Rathauses Extertal statt.

Die Blühmischungen:

„Extertaler Sommerwiese“

Kunterbunt zeigt sich die einjährige Blühmischung. Die blaue Kornblume, Sonnenflügel, Schmuckkörbchen und Mandelröschen und Roter Lein in rötlichen Farben, Schleierkraut und Schleifenblume in Weiß, und Ringelblume und Duft-Tagetes in Gelb und Orange lassen die Sommerwiese für ein Jahr in bunter Pracht erstrahlen.

„Extertaler Blumenwiese“

Die mehrjährige Blühmischung besteht aus mehr als 40 Wild- und Kulturarten. Kräuter (40 Prozent) und andere Staudenpflanzen bieten Bienen, Hummeln und Schmetterlingen energiereichen Nektar und viel Pollen für die Versorgung der Brut. Zudem bietet sie Bodenbrütern wertvollen Lebensraum, insbesondere zur Jungtieraufzucht.

Verkaufsstellen

Ab Mitte März werden die beiden Blühmischungen in folgenden Verkaufsstellen für jeweils 2 Euro angeboten:

Blumen Buschmeier, Nicole Buschmeier, Hauptstraße 30, 32699 Extertal-Almena

Raiffeisen-Markt Bösingfeld, Bruchstraße 25, 32699 Extertal-Bösingfeld

Nahkauf Bösingfeld, Sarah Tammoschath, Mittelstraße 27, 32699 Extertal-Bösingfeld

Nahkauf Silixen, Heidelbecker Straße 4, 32699 Extertal-Silixen

August Recker GmbH & Co, Bahnhofstr. 54A, 32699 Extertal-Bösingfeld

Der Blumenladen, Beate Reese, Mittelstraße 21, 32699 Extertal-Bösingfeld

Christiane Treviranus, Mischenberg 1 / Am Brakenberg, 32699 Extertal

querbeet, Bio & Bistro, Klosterstraße 9, 31737 Rinteln

Aber auch bei der Extertaler Gruppe des NABU und dem Imkerverein Extertal sind die Mischungen zu bekommen. Die Naturschutzgruppen sind zugleich auch Ansprechpartner für Fragen.