Gemeinsam wird es gehen

Kalletal-Varenholz (fmt). Am Donnerstag, 1. März, hat die Firma Eggersmann ihr neues Info-Zentrum “Naturpark Weserauen Lippe - Schloß Varenholz“ an der Varenholzer Str. 16, in Varenholz eröffnet.

Zur Eröffnung waren zahlreiche Vertreter des Kreises Lippe, die Vorsteherin des Landesverbands Lippe und der Gemeinde Kalletal und Rinteln, des Kreises Schaumburg und der Umweltverbände gekommen. Auch viele interessierte Bürger fanden den Weg in das neuen Info-Zentrum, um sich zu informieren und auszutauschen.

Michael Eggermann, Geschäftsführer des sand- und kiesfördernden Unternehmens begrüßte die Gäste und bedankte sich für das große Interesse. Anhand von Plänen und Entwürfen, die chronologisch an die Wände gebracht waren, führte er durch das Zentrum und erklärte, dass sich im Zuge des Genehmigungsverfahren und der Zusammenarbeit mit dem NABU Niedersachen Dinge aufgetan und verändert hätten. „So wächst nicht nur eine Idee sondern es entwickelt sich auch eine andere Vorstellung des Naturschutzgebietes“, trug er vor. Im Mittepunkt steht natürlich das neue Rohstoffgewinnungsgebiet im Weserbogen zur Landesgrenze nach Niedersachsen. Hier sollen zukünftig statt eines großen Abbausees mehrere kleine und unterschiedlich tiefe Teiche entstehen. Hinzu sollen kleinere zusätzliche Weserarme für Durchfluss sorgen. Die neue Anlegung eines Radweges, sozusagen als Grenze zum Förderungsgebiet soll nicht nur den Lückenschluss des Weserradweges, sondern auch die Grenze zum dann entstehenden Naturschutzgebiet bilden. Das bisherige Nutzungsgebiet an der Weserfähre könnte so im Gegenzug zum Teil freigegeben und mit neuen Wanderwegen versehen, als Erholungsgebiet dienen. Michael Eggersmann stellt sich vor, dass für das so gemeinsam zu sehende alte und neue Gebiet, das eine Fläche von letztlich rund 200 ha hat, ein sogenannter “Ranger“ verantwortlich sein wird. Der soll dann auch Ansprechpartner und Führer für Exkursionen innerhalb des Geländes werden. Zur Vorstellung seiner Pläne hatte der Unternehmer Pläne und Ansichten durch das Büro UIH erarbeiten lassen, dass schon im Auftrag des Kreise Lippe tätig ist. Dazu gehört auch eine Verkehrsberuhigung und ein Fußweg am Beutebrink, dem Weg zur Weserfähre. Michael Eggersmann schlug zudem eine Verbindung zu den Plänen der Erneuerung des Wald- und Forstmuseums in Heidelbeck und sagte: „Wenn dort ein Walderlebniszentrum entsteht, dann könnten die Kinder dort sozusagen die Theorie lernen und hier bei uns die Praxis erforschen.“

Dr. Nick Büscher, stellvertretender Vorsitzender des NABU Niedersachsen, der an den neuen Plänen zusammen mit Dieter Marten vom NABU beteiligt war, lies sich nach dem Vortag von Michael Eggersmann sogar zu der Aussage ein, dass die jetzt geplante „Weseraue“ zukünftig ökologisch wertvoller sei, als das derzeit genutzte Ackerland. Er verwies zusätzlich auf das Programm “Blaues Band“ der Bundesregierung, das eine Renaturierung der Binnengewässer vorsieht und sagte, die Planung passe sich passgenau dieser Vorstellungen an.

Auch Fritz Kreie, Fraktionschef der CDU im Kalletaler Rat sagte: „Ich sehe diese Pläne jetzt zum ersten Mal. Aber das ist ein guter Ansatz. Da ist Leben drin. Die verschiedenen Teiche und ihre unterschiedlichen Tiefen machen Sinn und liegen nicht wie eine Badewanne in der Landschaft.“

Die neuen Pläne des beantragten Abtragungsgebietes sollen nun Stück für Stück mit Unterstützung des NABU in das Genehmigungsverfahren eingearbeitet werden. Michael Eggermann rief zur weitestgehenden Beteiligung aller Bertoffenen auf. Zu den Renaturierungsplänen für das alte Gebiet sagte er auf Nachfrage eines Bürgers noch, dass er davon ausgehe, dass die geplanten Wanderwege durchaus bis 2020 fertig gestellt sein könnten.

Das neue Info-Zentrum ist ab sofort jeden Donnerstag für jeden interessierten Bürger in der Zeit von 15 bis 19 Uhr geöffnet.