Mit Solarstrom Kindern in Rumänien helfen

Kalletal-Echternhagen (nl). Das Jahr 2018 startet in Kalletal „voller Energie“. Denn die FROGRI UG & Co. KG mit Sitz in der Gemeinde Kalletal hat in Kooperation mit dem Verein agape e.V. aus Bad Salzuflen im Gewerbegebiet Echternhagen II eine Fläche von rund einem Hektar zwecks Errichtung einer Freiland-Großflächen-Photovoltaikanlage erworben. Ziel dieser Anlage ist es, Stiftungsgelder der Karl-Heinz Baumann Stiftung nachhaltig anzulegen, um damit Kindern in Rumänien zu helfen. In dieser Woche fand nun der Spatenstich für die neue Anlage statt, die bereits Ende Februar 2018 bereits fertiggestellt werden soll.

Die Karl-Heinz Baumann Stiftung unterstützt seit Jahren die Arbeit des agape e.V. Der Verein setzt sich für Menschen mit geistiger Behinderung in Rumänien ein. Größter Erfolg des Vereins ist der Bau eines Kinderdorfes mit 50 Plätzen in dem Dorf Sercaia, im Kreis Brasov (mehr dazu unter www.agape-kinder.de). Rüdiger Frodermann vom Lemgoer Verein agape war es, der Karl-Heinz Baumann vor 24 Jahren in Rumänien kennengelernt hatte. Baumann gefiel damals das Projekt für benachteiligte Kinder und wollte helfen. Die Grundlage für die enge Zusammenarbeit des Vereins mit der Stiftung war gelegt und eine erfolgreiche Zusammenarbeit gestartet. Heute verwaltet Frodermann sogar das Stiftungsvermögen.

Dass die Stiftung nun in Solarenergie investiert, resultiert auf die niedrigen Zinsen und das ein Nettomarkt, in den die Stiftung investiert hatte, mittlerweile verkauft worden ist. Somit machten sie sich gemeinsam auf die Suche nach einem neuen Projekt. „Zur Idee der Photovoltaikanlage ist es gekommen, als wir uns nach Anlagemöglichkeiten für die Stiftung bei mehreren Banken erkundigt haben. Die Sparkasse Lemgo hat das nachhaltigste Konzept mit dem Bau einer Photovoltaikanlage vorgeschlagen und mit Marcus Krämer, einem ausgezeichneten Experten und Berater auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien in ihren Reihen“, erklärt Rüdiger Frodermann von agape.

In Kalletal sofort

auf Unterstützung

gestoßen

Um diese Idee umzusetzen, wurde die FROGRI UG & Co KG gegründet, die als Betreiberin der Photovoltaikanlage fungiert. Das Stiftungskapital wird als Darlehn eingebracht, die Differenz finanziert die Sparkasse durch ein weiteres Darlehn.

„Auf der Suche nach geeigneten Dachflächen sind wir schnell auf die Gemeinde Kalletal gestoßen. Bürgermeister Mario Hecker war für diese Idee sofort aufgeschlossen, hatte sich doch der Ausschuss für Umwelt, Planen und Bauen bereits 2010 intensiv mit der Installation von Photovoltaikanlagen auf gemeindeeigenen Gebäuden befasst und schon damals durch Beschluss die Verwaltung beauftragt, geeignete Dachflächen zu suchen“, so Frodermann weiter.

Und auch vor dem Hintergrund der teilweise schwierigen Geländesituation einzelner Flächenabschnitte im Gewerbegebiet Echternhagen II machte die Gemeinde Kalletal darüber hinaus ein Angebot zum Erwerb eben dieser Bereiche, auf denen jetzt eine Freiflächen-Photovoltaikanlage errichtet werden soll.

Ein weiterer kompetenter Partner für die Planung und den Bau der Anlage konnte mit der international erfahrenen Firma Planet in Green Projects GmbH aus Bad Salzuflen gefunden werden. „Das Unternehmen stand von Beginn an hinter dem Stiftungsgedanken und brachte sich bereits früh in die Projektierung mit ein. Daher wird sich letztlich Planet in Green auch für die Bauausführung verantwortlich zeichnen“, so Rüdiger Frodermann beim Spatenstich.

Solarstrom macht

Gewerbegebiet

noch attraktiver

Bürgermeister Mario Hecker betonte, dass der Solarstrom aus der direkten Nachbarschaft das Gewerbegebiet Echternhagen auch für weitere Firmen attraktiver machen kann. Und auch beim Leader-Konzept – ein Gewerbegebiet mit ausgeglichener ökologischer Energiebilanz zu schaffen - sei die Gemeinde auf dem richtigen Weg. Mit dieser neuen Solar-Fläche der Stiftung von rund 9000 Quadratmetern sei das fast erreicht. Und bei dieser Fläche muss es nicht bleiben, denn die Karl-Heinz Baumann Stiftung hat sich das Vorkaufsrecht auf eine weitere, ebenso große Teilfläche gesichert.

Umwelt-Siegel

„Nordlippe“ denkbar

Bürgermeister Hecker denkt auch darüber nach, ein eigenes Umwelt-Siegel oder Ökolabel „Nordlippe“ zu entwickeln, mit dem in der „smart industrial area“ ansässige Unternehmen auf die Erzeugung ihrer Produkte zu 100 Prozent aus regenerativer Energie hinweisen zu können.

Die Anlage wird zukünftig durchschnittlich mehr als 710.000 kWh pro Jahr erzeugen, was bei einem durchschnittlichen Jahresverbrauch eines 4-Personen-Haushaltes von etwa 4.000 kWh rechnerisch ca. 180 Haushalten entspricht.

Das Kalletal verbraucht laut den Stadtwerken Lippe-Weser im Jahr um die 52.230 Megawattstunden Strom. Aktuell wird eine Menge von rund 53.500 Megawattstunden an ökologisch erzeugter Energie in Kalletal erzeugt - immerhin mehr als 100 Prozent vom Gesamtstromverbrauch. Durch den neuen Solarpark kommen weitere 0,73 Megawattstunden im Jahr dazu. Und mit dem neu erzeugten Strom wird Gutes getan und Kindern in Rumänien geholfen.